Im Rahmen dieses Papers werden die Auswirkungen einer grundlegenden Reform des Elternzeit-Programms in Deutschland auf die Wohnverhältnisse von Kleinkindern untersucht. Unsere Identifikationsstrategie stützt sich auf die unerwartete Einführung der Elterngeldreform 2007. Laut Daten aus dem Mikrozensus von 2005-2012 wird durch die Reform die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein neugeborenes Kind in seinem ersten Lebensjahr mit Eltern aufwächst, die in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft zusammen leben. Dieser Effekt resultiert aus einem reduzierten Risiko, mit einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen, und nicht aus einer Abkehr von der Ehe hin zu einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft. Unsere Schätzungen stehen im Einklang mit der Hypothese, dass die Reform Anreize für väterliches Engagement in der Kinderbetreuung schafft und somit die väterliche Bindung zu ihren Neugeborenen stärkt. Wir zeigen, dass die geringere Wahrscheinlichkeit bei einem alleinerziehenden Elternteil aufzuwachsen, über den Bezugszeitraum des Elterngeldes hinaus bestehen bleibt. Interessanterweise sind Jungen und Mädchen unterschiedlich von der Reform betroffen: Vor allem Väter von Töchtern scheinen im Zuge der Reform bei ihren Familien zu bleiben, wohingegen bei Töchtern ein im Vorfeld vorhandener Nachteil reduziert wird.

Redner/-in

Daniel Kühnle

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Termin

07.04.2016 | 11:00 - 12:30

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim

Raum

Luxemburg