Der Begriff „Grenzkraftwerk“ ist ein etablierter Begriff im Bereich der Energiewirtschaft. Er bezeichnet ein Kraftwerk, das zu einem gegebenen Zeitpunkt den Marktpreis bestimmt und so die Kostenübertragung von CO2- und Brennstoffpreisen an Industrieverbraucher festlegt. Trotz der klaren Begriffsbestimmung und allgemeinen Anerkennung des Konzepts können die Grenztechnologien auf echten Märkten nicht eindeutig identifiziert werden. Auf Kostenübertragungsschätzungen beruhende energie- und klimapolitische Maßnahmen – wie beispielsweise der EU-Ausgleichsmechanismus für indirekte CO2-Kosten – unterliegen deshalb teilweise unrealistischen Ad-hoc-Näherungswerten an die tatsächlichen Auswirkungen der CO2-Preise.

Die vorliegende Studie entwickelt zwei einfache, sich ergänzende Ansätze zur Näherung der Stundenzahl, während der Braunkohlekraftwerke auf dem deutschen Energiemarkt preisbestimmend waren. Diese Ansätze sind konzeptuell wie rechnerisch unkompliziert und beruhen auf öffentlich zugänglichen Daten und Annahmen, die mit auf dem Energiemarkt gängigen Modellierungsansätzen übereinstimmen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Braunkohlekraftwerke in der aktuellen Bestimmung für indirekten CO2-Ausgleich im Vergleich zur tatsächlichen Dauer, in der sie preisbestimmend waren, übergewichtet sind. Die Studie wurde mithilfe der Open-Source-Software Rmarkdown durchgeführt, wodurch die Transparenz des Forschungsprozesses mittels einer allgemein zugänglichen Datenauswertung und -präsentation gewährleistet wird.

Inhalt des Vortrags

  • die dem Projekt zu Grunde liegenden politischen Maßnahmen,
  • die entwickelten Ansätze zur Bestimmung von preisbestimmenden Grenztechnologien sowie
  • deren Anwendung bei Auswertung und Bericht.

Redner

Nikolas Wölfing

Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies (MISES) und Universität Mannheim

Standort

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Termin

10.12.2019 | 16:00 - 17:30

Veranstaltungsort

ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

L 7, 1 68161 Mannheim

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1

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Advanced Researcher