In der Studie, die diesem englischsprachigen Vortrag zugrunde liegt, wird der Einfluss von Staatsbürgschaften auf das Risikoverhalten von Banken analysiert. Es wird ein natürliches Experiment genutzt, in dem Regulatoren den deutschen Landesbanken staatliche Bürgschaften entziehen. Dies führt zu einer rapiden Abnahme von Kreditwürdigkeit, Markenwert und somit zu steigenden Finanzierungskosten für die Landesbanken. Dieser Entzug der Staatsbürgschaften wurde 2001 angekündigt und trat 2005 in Kraft, sodass Landesbanken in den vier Jahren Übergangszeit weiterhin Anleihen mit staatlicher Bürgschaft ausgeben konnten. Das Kreditvergabeverhalten der Landesbanken um den Zeitpunkt der Ankündigung wird untersucht und mit dem Verhalten ungesicherter Privatbanken mithilfe eines Difference-in-difference-Ansatzes verglichen. Bevor die Staatsbürgschaften entzogen wurden, verhielten sich Landesbanken im Kreditgeschäft wie andere deutsche Banken,. Nach 2001 stieg ihre Anleihenausgabe jedoch stark an, es wurden signifikant riskantere Kunden mit Krediten und signifikant niedrigeren Zinsen versorgt. Diese Tendenz ist für jene Landesbanken besonders ausgeprägt, deren Kreditwürdigkeit und Markenwert voraussichtlich am stärksten sinken würden. Dieses Ergebnis entspricht dem Verhalten von Banken, die anfingen, mit erwarteten zukünftigen Liquiditätsverlusten zu spekulieren.

Redner/-in

Christa Hainz

ifo Institut für Wirtschaftsforschung

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Termin

21.07.2011 | 16:00-17:30

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim

Raum

Heinz-König-Hall

Kontakt

Research Associate