In dem vorgestellten Paper wird anhand eines Laborversuchs mit 334 türkischen Kreditsachbearbeitern untersucht, ob die Kreditvergabe an Kleinunternehmen einer Geschlechterdiskriminierung unterliegt. Bei dem Versuch prüft jeder Mitarbeiter mehrere Kreditanträge, bei denen das Geschlecht des Antragstellers nach dem Zufallsprinzip auswählt wird. Während die bedingungslose Bewilligungsrate für männliche und weibliche Antragsteller gleich hoch ist, konnte eine subtilere Art der Diskriminierung festgestellt werden. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditsachbearbeiter die Kreditbewilligung von der Anwesenheit eines Bürgen abhängig machen, um 30 Prozent höher, wenn ein Antrag von einer Unternehmerin statt von einem Unternehmer gestellt wird. Diese geschlechtsspezifische Diskriminierung ist vor allem bei jungen, unerfahrenen, risikoscheuen und dem Geschlecht gegenüber voreingenommenen Kreditsachbearbeitern anzutreffen. Die Diskriminierung ist zudem am stärksten ausgeprägt bei gut laufenden Krediten, die für die Bank kostspielig sind. Experimentelle Änderungen der verfügbaren Informationen über die Antragsteller haben keinen Einfluss auf die Kreditentscheidungen, was darauf hindeutet, dass die Art der Diskriminierung eher implizit als statistisch ist.

Redner

Ralph de Haas

European Bank for Reconstruction and Development (EBRD), London, Vereinigtes Königreich

Standort

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Termin

23.01.2020 | 14:00 - 15:00

Veranstaltungsort

ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

L 7, 1 68161 Mannheim

Raum

2

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