In dem diesem Vortrag zugrundeliegenden Papier werden die globalen Auswirkungen der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen der amerikanischen Notenbank FED seit 2007 analysiert. Erstens kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Maßnahmen der FED in der frühen Phase der Krise (QE1) recht wirksam bei der Senkung der Renditen von Staatsanleihen und bei der Stärkung der globalen Aktienmärkte waren. Allerdings wirkte die Politik der FED prozyklisch bei Kapitalströmen in Schwellenländer und antizyklisch für die USA, was eine Anpassung der Ländergewichte in den Portfolios Länder (weniger als Anpassungen der Gewichte der Anlageklassen) zulasten der Schwellenmärkten hin zu US-amerikanischen Aktien- und Anleihefonds im Laufe des QE1-Programms und in der entgegengesetzten Richtung seit 2010 (QE2) zur Folge hatte. Zweitens ließen die Auswirkungen von Operationen der FED (wie beispielsweise der Kauf von Staatsanleihen und von Mortage Backed Securities) auf die Portfolioallokation und Vermögenspreise die FED-Ankündigungen als klein erscheinen, was die Bedeutung der Markteingriffe und der Liquiditätsfunktion der FED unterstreicht. Drittens können wir keine systematischen Belege dafür finden, dass wechselkurspolitische und geldpolitische Entscheidungen anderen Ländern dabei behilflich gewesen wären, sich gegen Übertragungseffekte der US-Politiken abzuschirmen, sondern dass die Portfolioanpassungen der Investoren eher auf länderspezifische Risiken reagieren. Die Ergebnisse veranschaulichen daher, inwieweit die Geldpolitik der US-Notenbank seit 2007 sowohl zu einer Portfolioreallokation als auch zu einer Neubewertung von Risiken an den globalen Finanzmärkten beigetragen hat.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Redner/-in

Marcel Fratzscher, PhD

DIW Berlin

Termin

26.09.2012 | 16:00 - 17:30

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim

Raum

Raum 2

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Senior Researcher