In diesem Artikel modellieren wir den hochfrequenten Preisanpassungsprozess von europäischen Emissionsrechten, die in Folge von planmäßigen makroökonomischen und regulatorischen Ankündigungen entstehen. Die Modellierung berücksichtigt wichtige Eigenschaften hochfrequenter Preisänderungen, wie bspw. Intratagesvolatilität, Volatilitätscluster oder die starke Persistenz der Volatilität. Wir finden, dass die hochfrequente Preisdynamik europäischer Emissionsrechte sehr gut mit Hilfe eines fraktional integrierten asymmetrischen Power-GARCH Prozesses erfasst werden kann - ein auf fraktionaler Integration basierender Prozess, der es ermöglicht die starke serielle Autokorrelation der quadrierten Preisänderungen abzubilden. Die Entscheidungen der Europäischen Kommission über die Höhe der Zweiten Nationalen Allokationspläne haben einen starken, unmittelbaren und lang andauernden Einfluss auf die Preise. Darüber hinaus steigen die Preise für europäische Emissionsrechte an, sofern Nachrichten über die künftige wirtschaftlichen Entwicklung sowie die aktuelle wirtschaftliche Aktivität in Deutschland und den USA besser als erwartet ausfallen.

Conrad, Christian, Daniel Rittler und Waldemar Rotfuß (2012), Modeling and Explaining the Dynamics of European Union Allowance Prices at High-Frequency, Energy Economics 34(1), 316-326.

Autoren

Conrad, Christian
Rittler, Daniel
Rotfuß, Waldemar

Schlagworte

EU ETS, EUA, Second NAPs, Announcement Effects, Price Formation, Long Memory