Drei Megadeals in den USA haben im vergangenen Jahr für ein unverändert hohes Transaktionsvolumen bei den weltweiten M&A-Aktivitäten im Öl- und Gassektor gesorgt. Nach dem Rekordjahr 2014 mit einem Transaktionsvolumen von weltweit 151 Milliarden Euro lag das Volumen 2015 bei 148 Milliarden Euro. Mit 20, 18 und 16 Milliarden Euro waren die drei Megadeals in den USA für mehr als ein Drittel des gesamten weltweiten Transaktionsvolumens des Jahres 2015 verantwortlich. Auf den US-amerikanischen Markt bezogen, waren das die dritt-, viert- und fünftgrößte Übernahme aller Zeiten. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Untersuchungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk (BvD).

Drei Megadeals in den USA machten 2015 mehr als ein Drittel des gesamten weltweiten Transaktionsvolumens aus.
Drei Megadeals in den USA machten 2015 mehr als ein Drittel des gesamten weltweiten Transaktionsvolumens aus.

Der jüngste Megadeal der Branche fand allerdings auf europäischem Boden stattfand (in der Grafik noch nicht berücksichtigt). Die Übernahme der im englischen Reading ansässigen BG Group durch die Royal Dutch Shell im Februar 2016 war mit rund 60 Milliarden Euro die größte Übernahme im Öl- und Gassektor seit zehn Jahren. Während das Transaktionsvolumen weiterhin hoch ist, zeichnet sich bei der Anzahl der Transaktionen ein deutlicher Rückgang ab.

Belief sich die Anzahl an Transaktionen im Jahr 2014 noch auf 444, halbierte sie sich im vergangenen Jahr fast auf nur noch 264 Deals. "Grund dafür ist eine neue, abwartende Haltung in der Branche", erklärt Niklas Dürr, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der ZEW-Forschungsgruppe "Wettbewerb und Regulierung". Nach mehr als einem Jahr niedriger Preise bei Öl und Gas folgt nun eine Phase der Unsicherheit und Neuausrichtung der Branche. "Da keine großen Preiserhöhungen in den nächsten Jahren erwartet werden, halten die Konzerne ihr Kapital lieber zusammen, als riskante Abenteuer zu wagen", sagt Niklas Dürr.

Hinzu kommt, dass sich vor allem US-amerikanische Fracking-Firmen durch Investitionen der vergangenen Jahre hoch verschuldet haben. Diese Schulden müssten bei einer potenziellen Übernahme vom Käufer getragen werden, was den Aufkauf von Unternehmen hemmt. "Diese Entwicklungen werden nach den jüngsten Megadeals dieses Jahr für eine Abkühlung des Marktes sorgen", so Niklas Dürr.

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Niklas Dürr, Telefon 0621/1235- 386, E-Mail duerr@zew.de

Datum

12.05.2016

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