Bei den Unternehmen der Informationswirtschaft in Deutschland haben sich sowohl die konjunkturelle Stimmung im dritten Quartal 2018 als auch die Erwartungen für das vierte Quartal 2018 weiter positiv entwickelt. Dieses Ergebnis ist am ZEW-Stimmungsindikator abzulesen, der um 4,6 Punkte zugelegt hat und einen aktuellen Stand von 71,2 Punkten erreicht (Q2 2018: 66,6 Punkte). Damit wird das wirtschaftliche Klima von einer deutlichen Mehrheit der Unternehmen der Informationswirtschaft positiv bewertet. Der Stimmungsindikator ist das Ergebnis einer Umfrage bei Unternehmen der Informationswirtschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im September 2018 durchgeführt hat.

Der ZEW Stimmungsindikator für die Informationswirtschaft in Deutschland steht im dritten Quartal 2018 bei 71,2 Punkten.
Der ZEW Stimmungsindikator für die Informationswirtschaft in Deutschland steht im dritten Quartal 2018 bei 71,2 Punkten.

Im Vergleich zum Vorquartal haben sich sowohl die Einschätzung der Geschäftslage als auch die Erwartungen für die künftige Geschäftssituation positiv entwickelt. Insbesondere der Teilindikator für die Geschäftserwartungen im vierten Quartal 2018 hat mit einem Anstieg um 7,4 Punkte in Vergleich zum Vorquartal deutlich zugelegt. Mit einem Stand von 74,3 Punkten wird die kritische 50-Punkte-Marke deutlich überschritten. Damit signalisiert dieser Teilindikator, dass die Mehrheit der Unternehmen optimistische Geschäftserwartungen hegt. So rechnen 60,2 Prozent der Unternehmen damit, im vierten Quartal 2018 Umsatzsteigerungen erzielen zu können. Im Gegensatz dazu rechnen lediglich knapp fünf Prozent der Unternehmen mit Umsatzeinbußen. Die aktuelle Geschäftslage im dritten Quartal 2018 wird von den Unternehmen ebenfalls etwas besser bewertet als im Vorquartal. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftslage erreicht nach einem Anstieg um 1,9 Punkte einen Stand von 68,2 Punkten.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen.

Bei den IKT-Unternehmen hat sich die bereits gute konjunkturelle Stimmung noch weiter verbessert. Der Stimmungsindikator legt im Vergleich zum Vorquartal um 6,4 Punkte zu und erreicht im dritten Quartal 2018 einen Stand von 78,7 Punkten. Insbesondere die Geschäftserwartungen haben sich bei den IKT-Unternehmen positiv entwickelt. Im Saldo rechnen etwa 78 Prozent mit Umsatzsteigerungen und 55 Prozent mit einer steigenden Nachfrage im vierten Quartal 2018. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen gewinnt dadurch 11,6 Punkte hinzu und steigt auf ein Langzeithoch von 83,3 Punkten. Etwas niedriger fällt der Zuwachs beim Teilindikator für die Geschäftslage aus. Im Vergleich zum Vorquartal legt der Teilindikator von einem hohen Niveau aus um 1,4 Punkte zu und erreicht einen Stand von 74,4 Punkten.

Deutlich optimistische Stimmung bei den Mediendienstleistern

Die wirtschaftliche Stimmung bei den Mediendienstleistern hat sich im dritten Quartal 2018 merklich verbessert. Nach einem Anstieg um 3,6 Punkte erreicht der Stimmungsindikator nun einen Stand von 54,3 Punkten. Damit wird die kritische 50-Punkte-Marke zum ersten Mal seit einem Jahr wieder überschritten. Grund für diese optimistische Stimmung ist die Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung, die sich im Vergleich zum Vorquartal deutlich verbessert hat. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht nach einem Anstieg um 4,6 Punkte einen Stand von 63,3 Punkten. Im Saldo rechnen 28,4 Prozent der Mediendienstleister damit, im vierten Quartal 2018 Umsatzsteigerungen erzielen zu können. Bei der Einschätzung der Geschäftslage zeigen sich die Mediendienstleister hingegen nach wie vor überwiegend pessimistisch. Der Teilindikator für die Geschäftslage ist im Vergleich zum Vorquartal zwar um 2,7 Punkte gestiegen, unterschreitet mit einem Stand von 46,6 Punkten allerdings zum dritten Mal in Folge die kritische 50-Punkte-Marke.

Die konjunkturelle Stimmung bei den wissensintensiven Dienstleistern hat sich im dritten Quartal 2018 leicht verbessert. Im Vergleich zum Vorquartal hat der Stimmungsindikator um 3,1 Punkte zugelegt und erreicht nun einen Stand von 68,1 Punkten. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen werden positiver bewertet als im Vorquartal. Der Teilindikator für die Geschäftslage hat sich mit einem Anstieg um 1,7 Punkte auf einen Stand von 67,0 Punkten allerdings nicht ganz so gut entwickelt wie der Teilindikator für die Geschäftserwartungen mit einem Sprung um 4,4 Punkte auf einen Stand von 69,3 Punkten.

Rückfragen zum Inhalt

Dr. Daniel Erdsiek, Telefon 0621/1235-356, E-Mail daniel.erdsiek@zew.de

Der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft

Der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung „Anteil der Unternehmen“ reflektiert somit den „Umsatzanteil der Unternehmen“.