Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wie die qualifikatorische Struktur der Arbeitslosen die gesamtwirtschaftlichen Arbeitsmarkteffekte von Arbeitsmarktinstitutionen beeinflusst. Konkret soll geklärt werden, ob institutionelle Reformen unterschiedliche Effekte auf die Arbeitslosenquoten verschiedener qualifikatorischer Gruppen haben. Unterschieden werden dabei drei Gruppen von Arbeitslosen gemäß ihrer schulischen Qualifikation. Länderspezifische Arbeitsmarktinstitutionen werden etwa über die durchschnittliche Höhe der Arbeitslosenunterstützung, die Steuern und Abgabenbelastung für den Faktor Arbeit sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer oder über Regelungen zum Kündigungsschutz erfasst. Durch die zielgerichtete Ausgestaltung dieser Institutionen kann im Idealfall der landesspezifischen Situation in Hinblick auf die qualifikatorische Komposition der Beschäftigten und Arbeitslosen Rechnung getragen werden. So kann beispielsweise eine Reduktion des Kündigungsschutzes in einem Land mit einem relativ großen Anteil gering qualifizierter Beschäftigter durchaus einen deutlich nachteiligeren Effekt auf die Beschäftigtenquote haben als in einem Land mit durchschnittlich höherer Qualifikation, was bei der Diskussion von Reformoptionen zu beachten ist. Durch die Berücksichtigung zusätzlicher Informationen über die Zusammensetzung der arbeitslosen Bevölkerung gemäß ihrer schulischen Qualifikation kann demnach ein detaillierteres Bild der aggregierten Arbeitsmarktwirkung institutioneller Reformen gezeichnet werden. Auf Basis der Mehrländerbetrachtung können die Erkenntnisse der Analyse dazu beitragen, die Planung und Durchführung von institutionellen Reformen bedarfsgerecht zu gestalten, indem die qualifikatorische Struktur eines Landes berücksichtigt wird. Einen weiteren Anknüpfungspunkt bietet die Möglichkeit, sektorspezifische institutionelle Regelungen gemäß der sektorspezifischen qualifikatorischen Zusammensetzung der Beschäftigten durchzusetzen, wie es zum Beispiel bei sektorspezifischen Mindestlöhnen momentan diskutiert wird.