In den letzten Jahren wurden verstärkt Bemühungen unternommen, den Einfluss staatlicher Regulierung von Treibhausgasemissionen auf Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumspotentiale von Volkswirtschaften, als auch auf Emissionen im internationalen Rahmen zu untersuchen. Vor allem wird argumentiert, dass Regulierung die Kosten treibhausgasintensiver Produktion im eigenen Land erhöht und somit zu einer Verlagerung der Produktion in Schwellenländer, mit schwächeren Umweltstandards, führt, mit der Konsequenz, dass im Inland ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bzw. Wachstumspotentialen entsteht und im Ausland noch treibhausgasintensiver produziert wird. Man bezeichnet diesen Effekt auch als Carbon Leakage. (Endogener) technischer Fortschritt kann dieses Problem abmildern, indem neue Technologien zum Einsatz kommen, die verschmutzende Inputfaktoren (etwa fossile Energieträger) weniger stark oder gar nicht nutzen. Gelingt dies nicht oder nur in geringem Maße, besteht die Gefahr einer teilweisen Verlagerung von energie- und treibhausgasintensiver Produktion in Länder mit weniger strenger Klimapolitik (Pollution Haven Effekt). In diesem Fall führt Klimapolitik zu Strukturwandel, der sich über eine Verschiebung der Handelsstrukturen äußert und verschiedene Effekte auf das Wachstum der beteiligten Länder haben kann. Da die Wirkungszusammenhänge zwischen Klimapolitik, Wirtschaftswachstum, Strukturwandel und internationalem Handel bislang nur wenig erforscht worden sind, wollten wir hierfür einen empirischen Beitrag leisten. In Kooperation mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung (PIK), der Universität Bielefeld, sowie der Handelshochschule Leipzig (HHL) hat sich das ZEW dabei an der Erstellung einer gemeinsamen Datenbasis sowie sowie an deren Anwendung mit Hilfe ökonometrischer und numerischer Verfahren beteiligt. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms „Ökonomie des Klimawandels“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.