Mit einer Reihe von Regulierungsansätzen versucht der Gesetzgeber, energie- und klimapolitische Ziele über eine verpflichtende Steigerung der Energieeffizienz zu erreichen. Dabei kann die tatsächlich resultierende Energieeinsparung allerdings hinter die Erwartungen ingenieurwissenschaftlichen Berechnungen zurückfallen. Eine Erklärung dafür sind die auf Verhaltensänderungen beruhenden sogenannten Rebound-Effekte. Diese werden in direkte und indirekte Effekte unterteilt: Der direkte Rebound-Effekt bezeichnet den Effekt, dass Güter und Dienstleistungen umso mehr nachgefragt werden, je energieeffizienter bzw. kostengünstiger sie werden. Direkte Rebound-Effekte beruhen auf Preis- bzw. Substitutionseffekten. Im Gegensatz dazu ergeben sich indirekte Rebound-Effekte insbesondere durch Einkommenseffekte. Das bedeutet, dass die durch Energieeffizienz erwirtschafteten Einsparungen in einem Bereich höhere Ausgaben für andere energieverbrauchende Aktivitäten und zusätzliche Investitionen in energieintensive Güter ermöglichen. Darüber hinaus führt der effizienzinduzierte Nachfragerückgang ceteris paribus zu einer Senkung der Energieträgerpreise, welche die Energienachfrage Dritter anregt und dem ursprünglichen Einspareffekt entgegenwirkt. Dieser allgemeine Gleichgewichtseffekt ist umso stärker, je unelastischer das Angebot an Energieträgern ist. Ursachen und Auswirkungen von Rebound-Effekten sind bisher noch wenig erforscht und insbesondere für Deutschland kaum bekannt. Eine realistische Energie- und Klimapolitik muss auf Basis eines profunden Verständnisses über die Ursachen und Folgen des Rebound-Effekts, effektive und sozial akzeptable Maßnahmenbündel entwickeln. Ziel von REBOUND ist es daher, ein besseres Verständnis für die Ursachen von Rebound-Effekten zu entwickeln, die Größenordnung von Rebound-Effekten empirisch zu quantifizieren und daraus geeignete Maßnahmen zu identifizieren. Das Projekt verfolgte dabei einen interdisziplinären Ansatz, bei dem nicht nur eine ökonomische, sondern auch soziologische und sozialpsychologische Sicht auf das Phänomen vorgenommen wurde. Damit sollte insbesondere auch die soziale Dimension des Rebound-Effekts berücksichtigt werden.

Detaillierte Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der Projekthomepage:



Projektzeitraum

01.09.2010 - 30.11.2013

Kontakt
Kooperationspartner

Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (RWI), Koordinator des Forschungsverbunds Innovative Wirkungen umweltpolitischer Instrumente, DE
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, DE
Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart, Stuttgart, DE