Für das besondere Profil der Forschungsgruppe Wachstums- und Konjunkturzyklen, das die Analyse und Prognose gesamtwirtschaftlicher Variablen auf kurzer sowie langer Frist betont, reichen standardmäßige ökonometrische Analyseinstrumente, die die theoretische Fundierung von langfristigen Zusammenhängen der ökonomischen Variablen nicht hinreichend berücksichtigen, nicht aus. Ziel des Projektantrages ist demzufolge die Entwicklung von geeigneten Analysetools für die Evaluation kurz- und insbesondere langfristiger Effekte von Politikmaßnahmen sowie für Prognosen. Wir erachten einen Methoden-Mix aus einerseits einem makroökonometrischen Modell und andererseits einem makrotheoretischen Modell für zielführend. Das ökonometrische Modell basiert auf dem neu entwickelten VARX-Ansatz mit kointegrierenden Variablen von Garratt et al. (2006), demzufolge theoriegestützte langfristige Zusammenhänge zwischen ökonomischen Variablen als Kointegrationsbeziehung in der Schätzung berücksichtigt werden. Das makrotheoretische Modell orientiert sich an der Arbeit von Pissarides (2000), der Arbeitsmarktfriktionen explizit modelliert. Beide Ansätze besitzen Gemeinsamkeiten sowie unterschiedliche Vor- und Nachteile. Somit ergänzen sie sich und stellen wechselseitig ein natürliches Benchmark dar: einerseits erhöhen ähnliche Ergebnisse aus beiden Ansätzen das Vertrauen in beide Analyseinstrumente, andererseits führen Unterschiede in den Ergebnissen zu Verbesserungen in der Modellierung.