Zurzeit erscheint der Arbeitsmarkt krisenresistenter zu sein als noch vor dem Jahr 2005. Dafür spricht der Rückgang der verfestigten Arbeitslosigkeit, der sich in einem besonders kräftigen, nicht rein konjunkturell bedingten Beschäftigungsaufbau ausgedrückt hat. Zudem dürften die Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts dazu beitragen, die Krisenbewältigung infolge der sich abzeichnenden rückläufigen Wirtschaftsentwicklung zu erleichtern. Es ist wahrscheinlich, dass der zu erwartende konjunkturell bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht mehr so hoch ausfällt und sich nicht mehr so stark verfestigt wie vor 2005. Auch ist zu vermuten, dass der Beschäftigungsabbau später einsetzt als früher, da es weniger „vorbeugende“ Entlassungen geben könnte als in früheren Konjunkturverläufen. Dazu haben Zeitarbeit, größere Lohndifferenzierungen und betriebliche Öffnungsklauseln beigetragen. Kern dieser Kurzexpertise ist die Überprüfung der These, ob die Reaktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes in jüngster Zeit zunahm und sich dadurch der Zusammenhang zwischen konjunktureller Entwicklung, zyklischer und struktureller Arbeitslosigkeit veränderte. Die Expertise untersucht diese Vermutung kurzfristig auf Grundlage aktueller empirischer Daten.