Die Lehrstellensituation in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zur Situation Anfang der Neunzigerjahre ungünstig entwickelt. Hatte damals das Lehrstellenangebot die -nachfrage noch deutlich übertroffen, ist seither das Angebot deutlich gesunken. In den letzten Jahren konnten das Angebot und die Nachfrage zwar im Durchschnitt über alle Berufe noch ausgeglichen werden, dies war jedoch mit erheblichen Anstrengungen seitens der Verbände, Gewerkschaften und Politik verbunden. Vor diesem Hintergrund wird in der wirtschaftspolitischen Diskussion die zu geringe bzw. nachlassende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe problematisiert. Die empirische Untersuchung ergab, dass beinahe alle Maßzahlen für den Arbeits- und Lehrstellenmarkt in Baden-Württemberg eine günstigere Situation anzeigen als im übrigen westlichen Bundesgebiet. Dafür ist unter anderem verantwortlich, dass - aufgrund einer Vielzahl von Alternativen - in Baden-Württemberg weniger Jugendliche Lehrstellen nachfragen als in anderen Bundesländern. Allerdings gleicht sich die Situation in Baden-Württemberg zunehmend der im restlichen Bundesgebiet (West) an. In einem weiteren Schritt wurden Hypothesen über die Determinanten der Ausbildungsbereitschaft formuliert und sodann mit Hilfe von Unternehmensbefragungen auf ihren empirischen Gehalt überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Ausbildungsbereitschaft im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor vornehmlich von der Qualifikationsstruktur, von den Beschäftigungserwartungen für Fachkräfte sowie von der Betriebsgröße abhängen. Auch zeigen sich Unterschiede zwischen einzelnen Branchen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse und des Versuches einer Abschätzung der zu erwartenden zukünftigen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in Baden-Württemberg wurden schließlich wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen abgeleitet.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden