Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, den angebotsseitigen Wettbewerb auf dem öffentlichen Beschaffungsmarkt zu untersuchen. Dazu evaluieren wir individuelle Absichtsentscheidungen von Firmen zur Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen. Während sich mehr Wettbewerb nach gängiger Meinung in der Regel positiv auf wirtschaftliche Ergebnisse auswirkt, haben jüngste Studien ein alarmierend niedriges Wettbewerbsniveau im öffentlichen Auftragswesen angemahnt. Nur wenige Unternehmen geben typischerweise Angebote für öffentliche Ausschreibungen ab. Niedriger Wettbewerb wirkt sich durch ineffiziente Vergabeentscheidungen unmittelbar negativ auf die Qualität und die Kosten öffentlicher Güter aus und beeinträchtigt damit die Wohlfahrt aus Sicht der Steuerzahler. In diesem Projekt identifizieren wir die Mechanismen, die Firmen dazu bewegen sich (nicht) an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen, indem wir umfangreiche Umfragen mit einer repräsentativen Stichprobe deutscher Unternehmen durchführen. Die Teilnehmer beantworten zahlreiche Fragen zu (wahrgenommenen) Problemen in der öffentlichen Beschaffung und möglichen politischen Lösungen. Mit modernen Methoden des maschinellen Lernens extrahieren wir die häufigsten Hindernisse für die Teilnahme in öffentlichen Ausschreibungen und untersuchen anschließend ihre Determinanten. Durch Verknüpfung von Umfrageantworten mit detaillierten Unternehmensdaten können wir ein detailliertes Bild der (intendierten) Rolle von Firmen in der öffentlichen Beschaffung zeichnen. Die Umfrage nutzt eine zufällig gezogene Stichprobe aller deutschen Unternehmen aus dem Mannheimer Unternehmenspanel (MUP).