Country-by-Country Reporting (CbCR) zielt auf eine Verbesserung von Steuertransparenz ab, indem multinationale Unternehmen verpflichtet werden, bestimmte steuerbezogene Daten auf Länderbasis offenzulegen. Die Berichte sollen Steuerverwaltungen helfen, Steuervermeidung aufzudecken, und, sofern sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, öffentlichen Druck auf die Unternehmen ausüben, damit diese ihren gerechten Anteil an Steuern in den Ländern, in denen sie tätig sind, zahlen. Artikel 89 der Eigenkapitalrichtlinie IV verpflichtet EU-Finanzinstitute ab dem Wirtschaftsjahr 2014 zur Offenlegung länderspezifischer Daten.
In einem verwandten Projekt wurden CbCR-Daten von multinationalen Bankengruppen mit Sitz in der EU für die Wirtschaftsjahre 2014-2016 erhoben und ausgewertet. Nun soll der jüngst aufgebaute Datensatz von ca. 300 CbCRs genutzt werden, um die Heterogenität im Berichtsverhalten, sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die Darstellung der Daten, über die Berichte hinweg zu untersuchen. Außerdem sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden, wie die Interpretierbarkeit und der Informationsgehalt der CbCRs verbessert werden können. Angesichts der mit der Datenerhebung verbundenen Kosten soll sichergestellt werden, dass die Art und Weise der Darstellung relevante Informationen nicht verschleiert und eine einheitliche Interpretation über verschiedene Bankengruppen und Länder hinweg gewährleistet. Die gewonnenen Erkenntnisse sind vor dem Hintergrund der laufenden politischen Diskussionen über die Einführung einer öffentlichen CbCR-Verpflichtung für alle großen multinationalen Unternehmen in der EU von Bedeutung.