Vor dem Hintergrund der starken Zuwanderung nach Deutschland in den letzten Jahren wird die Rolle des Sozialstaats und seiner Legitimität kontrovers diskutiert. Zum einen unterstützt Sozialpolitik die Integration von Migrant/innen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft und trägt damit zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme bei. Zum anderen kann Migration die Legitimität des Sozialstaats untergraben, wenn die einheimische Bevölkerung einer Umverteilung hin zu Migrant/innen ablehnend gegenübersteht und eine stärkere finanzielle Belastung durch die Kosten der Zuwanderung befürchtet.

Die Nachwuchsgruppe möchte daher folgende Fragen analysieren: (1) wie beeinflusst Sozialpolitik und neue Zuwanderung die Integration früherer Migrantengruppen; (2) wie verändert wahrgenommene Integration von Migrant/innen Einstellungen zum Sozialstaat; (3) wie interagieren wahrgenommene und tatsächliche Integration in verschiedenen sozialpolitischen Handlungsfeldern. Dabei geht das Vorhaben über die bisherige Forschung hinaus, indem es zwischen unterschiedlichen Gruppen von Migrant/innen und Einheimischen differenziert und mehrere Dimensionen von Integration in den Blick nimmt. Methodisch sollen repräsentative Mikrodatensätze mit modernen quantitativen Methoden analysiert und experimentelle Befragungen durchgeführt werden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Empfehlungen für eine nachhaltige deutsche Sozialpolitik erarbeitet werden, damit diese auch in Zukunft schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen absichern und Chancen eröffnen kann, ohne dabei ihre eigene Akzeptanz aufs Spiel zu setzen.


Eine Übersicht über die geplanten Forschungsaktivitäten finden Sie hier.


Die Nachwuchsgruppe wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert im Rahmen des Fördernetzwerkes Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS).


Die Nachwuchsgruppe wird in ihrer Tätigkeit von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt, welcher sich aus folgenden Personen zusammensetzt:

Prof. Dr. Thomas Bauer, Ruhr-Universität Bochum, Vizepräsident des RWI - Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung und Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration

Prof. Romana Careja, Ph.D., Universität Odense
Prof. Christian Dustmann, Ph.D., University College London und Direktor des interdisziplinären Centre for Research and Analysis of Migration (CReAM)
Prof. Christina Gathmann, Ph.D., Universität Heidelberg
Prof. Dominik Hangartner, Ph.D. ETH Zürich und Ko-Direktor des Immigration Policy Lab (IPL)
Prof. Dr. Irena Kogan, Universität Mannheim
Prof. Dr. Christian Albrekt Larsen, Direktor des Centre for Comparative Welfare Studies, Universität Aalborg
Prof. Dr. Alexander Schmidt-Catran, Universität Frankfurt.

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