Das gesellschaftliche Zusammenleben sieht sich durch die zunehmende Digitalisierung in gleich mehrfacher Hinsicht neuen Herausforderungen auf der einen, aber auch vielfältigen Chancen und Erleichterungen auf der anderen Seite gegenüber. Im Rahmen des Forschungsverbundes „digilog@bw“ sollen die Auswirkungen der Digitalisierung auf das menschliche Zusammenleben und Handeln interdisziplinär analysiert werden. Im Fokus stehen dabei die drei Themen Autonomie, Wissen und Partizipation; ersteres dient als Anknüpfungspunkt für das am ZEW und der Universität Mannheim durchgeführte Teilprojekt.

Autonomie zeigt sich in der heutigen Zeit unter anderem darin, dass Informationsasymmetrien durch online verfügbare Plattformen und Bewertungsportale abgebaut werden und die Entscheidungsautonomie der Nutzerinnen und Nutzer gestärkt wird. Durch die hohe Bedeutung für die täglichen Entscheidungsprozesse stellt sich jedoch die Frage, welchen Neutralitätspflichten Plattformen unterliegen oder im Idealfall unterliegen sollten, um eine ungewünschte Beeinflussung zu vermeiden.

Das Projektteam wird empirisch untersuchen, inwieweit Plattformanbietern Anreize geboten werden, nicht neutral zu agieren und beispielsweise ausgewählte Produkte und Dienstleistungen zu begünstigen. Von besonderem Interesse sind diesbezüglich Unterschiede in der Neutralität zwischen einzelnen Geschäftsmodellen von Plattformen (z. B. werbefinanziert, gebührenfinanziert).

Die derzeit vorliegenden Neutralitätsvorgaben und mögliche notwendige Anpassungen werden zudem aus juristischer Perspektive betrachtet, um die menschliche Autonomie im komplexen Umfeld digitaler Plattformen zu gewährleisten.

Weitere Informationen zu digilog@bw finden sich unter digilog-bw.de.