Der Bevölkerungsanteil an Hochqualifizierten wirkt sich positiv auf die regionale Entwicklung aus. Je höher die Qualifikation in einer Region ist, desto höher sind Wertschöpfung, Produktivität und Löhne.  Obwohl der Anteil der hoch qualifizierten Menschen in Mannheim über dem Bundesdurchschnitt liegt, ist er deutlich niedriger als in den meisten Nachbarstädten wie Heidelberg, Karlsruhe oder Darmstadt.  Wie kann es also der Stadt Mannheim gelingen, Hochqualifizierte  zum Zuzug zu motivieren? Inwieweit lässt sich der vergleichsweise geringe Anteil an Hochqualifizierten in Mannheim mit "harten" Standortfaktoren wie der Wirtschaftsstruktur erklären? Welche Rolle spielen "weichere" Faktoren wie das kulturelle Angebot oder das Image der Stadt? Um diese Fragen zu beantworten wurden einerseits Sekundärdaten zu den Determinanten des regionalen Anteils an Hochqualifizierten durchgeführt. Darüber hinaus wurde eine experimentelle Erhebung genutzt, um Befragte zwischen hypothetischen Jobangeboten entscheiden zu lassen, die sich hinsichtlich zufällig kombinierter Job- und Standorteigenschaften unterscheiden. Es zeigte sich, dass eine auf qualifikationsintensive Dienstleistungen ausgerichtete Wirtschaftsstruktur und ein starker Hochschulstandort wichtige Voraussetzungen für den Zuzug Hochqualifizierter darstellen. Darüber hinaus steigt die Attraktivität einer Stadt für Hochqualifizierte relativ zu weniger Qualifizierten mit der Qualität des Kulturangebotes, der Infrastruktur, der Familienfreundlichkeit und der ökologischen Qualität. Verbesserungen in diesen Bereichen können den Zuzug von Hochqualifizierten somit fördern. Es zeigte sich aber auch, dass Mannheims Vorzüge im Bereich der Infrastruktur und des Kulturangebotes unterschätzt werden und daher auch eine verbesserte Wahrnehmung die Attraktivität des Standortes für diese Personengruppe heben kann.