Produktivität wird allgemein als treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum und als Indikator für den materiellen Wohlstand einer Gesellschaft angesehen. Jedoch haben viele Industrieländer in den letzten Jahrzehnten ein rückläufiges Produktivitätswachstum und eine Ausweitung der Produktivitätsspreizung erlebt. Ziel dieses Projekts war eine detaillierte Untersuchung der Rolle, die das Wettbewerbsumfeld eines Unternehmens für die eigene Produktivitätsentwicklung spielt. Die treibende Forschungsfrage: Ist eine zunehmende Branchenkonzentration – und der damit einhergehende erwartete Rückgang des Wettbewerbs – mit geringerer Produktivität verbunden? Und wenn ja, was ist die treibende Kraft dieses Effekts?

In einem ersten Schritt schätzte das Projektteam Preismargen für deutsche Unternehmen für die Jahre 2007 bis 2016 und diese dann dem Produktivitätsniveau der Unternehmen gegenüberzustellen. Der so geschätzte Zusammenhang von Markups und Produktivität stellte den kombinierten Effekt dar. Die Hinzunahme von Unternehmensdaten aus dem Mannheimer Innovationspanel des ZEW in einem zweiten Schritt, erlaubte es dem Projektteam, eine differenzierte Betrachtung der direkten (z.B. via Managementpraktiken) und indirekten (über veränderte Innovationsaktivitäten) Einflüsse der Markups auf Produktivität vorzunehmen.

Die aus dieser Analyse gewonnene Erkenntnis, dass Markups starke direkte Auswirkungen (im Vergleich zu den innovationsorientierten indirekten Auswirkungen) in allen Sektoren außer dem Dienstleistungssektor haben, unterstreicht das Potenzial wettbewerbspolitischer Maßnahmen, die auf eine Minderung des Produktivitätsrückgangs abzielen. Um eine fundierte und aufschlussreiche Analyse wettbewerbspolitischer Maßnahmen vornehmen zu können, ist daher stets eine gemeinsame Betrachtung beider Effekte notwendig.

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