Zuteilungsregeln spielen eine wichtige Rolle in vielen Lebensbereichen, unter anderem auch bei der Zuweisung von Lernenden zu Bildungseinrichtungen. Die Digitalisierung ermöglicht es den Entscheidungsträgern mit computerbasierten Matching-Algorithmen in Sekundenschnelle Lernende zu Schulen zuzuteilen. Zuteilungsregeln werden in demokratischen Entscheidungsprozessen gestaltet und nicht selten kontrovers diskutiert, da sie neben den gewünschten Wirkungen oftmals nicht intendierte Nebenwirkungen entfalten können. So wurden 2017 die Gestaltung von Zulassungskriterien für Universitäten und Kindergärten bis zum Bundesverfassungs- und Verwaltungsgericht ausgefochten. Die neue Perspektive des Forschungsprojekts ist es, die Gestaltung von Zuteilungsregeln unter alternativen Annahmen an die Ziele der Entscheidungsträger sowie ihre Wirkungen konzeptionell und empirisch zu untersuchen. Einerseits können Komplementaritäten im Unterricht, die als Resultat von Peer-Effekten entstehen können, ein Grund sein, die ethnische, sozioökonomische und geschlechtsspezifische Vielfalt der Lernenden zu fördern, um mehr Gleichheit zu schaffen. Auf der anderen Seite können Politiker, die um ihre Wiederwahl bedacht sind, stattdessen Regeln entwerfen, die bestimmte soziale Gruppen begünstigen und die soziale Segregation verstärken können.

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