KEP-Dienstleistungen (Kurier-, Express- und Paketdienste) weisen aktuell einen starken Wachstumstrend auf. In Deutschland beispielsweise wurden im Jahr 2015 mehr als 2,9 Milliarden KEP-Sendungen verschickt, bis 2020 wird ein Wachstum von 5,1 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Sendungen pro Jahr erwartet. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Online-Einkäufe. Aktuelle Erhebungen auf europäischer Ebene zeigen, dass 57 Prozent aller EU-Bürger im Jahr 2017 online eingekauft haben, in Deutschland liegt dieser Wert sogar bei 75 Prozent. Auch kleinere EU-Länder wie Polen zeigen eindeutige Trends bei den Online-Einkäufen: Spielte der Online-Handel bei den Polen im Jahre 2008 nur eine untergeordnete Rolle (18 Prozent), stieg der Anteil derjenigen, die online einkaufen im Jahr 2017 auf 45 Prozent.
Mit den steigenden Bedürfnissen nach KEP-Dienstleistungen wächst auch der Ressourcenverbrauch und die daraus resultierende Umweltbelastung. Gleichzeitig bieten KEP-Dienste mit ihrer komplexen Kette aus Transport- und Logistikelementen jedoch ein vielschichtiges Potenzial, um nachteilige Umwelteffekte zu reduzieren. Dies gilt sowohl für KEP-Sendungen zwischen Unternehmen (business-to-business Dienstleistungen) wie auch zwischen Privatpersonen und Unternehmen.
Im Projekt SEEK CO2URIERS werden in einem Feldexperiment in Kooperation mit einem Kurierdienstleister Motive zur Bereitschaft zum individuellen CO2-Ausgleich systematisch untersucht.