Das Projekt INFOWIK hat zum Ziel, die Erfassung von Investitionen in wissensbasiertes Kapital zu verbessern und damit die Innovationsindikatorik als Grundlage zur Messung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften zu verbessern.
In den vergangenen 10 bis 15 Jahren wurde zunehmend erkannt, dass Wissenskapital deutlich mehr als technologisches Wissen umfasst, und dass dieses nicht-technologische Wissen wesentlich ist für das Verständnis von Produktivitätsentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit sowohl von Unternehmen als auch von wirtschaftlichen Aggregaten (Sektoren, Regionen, Volkswirtschaften). Corrado, Hulten und Sichel (2005, 2006) haben eine Systematik von Wissenskapitalgütern vorgeschlagen, die aus drei Hauptkomponenten besteht: innovationsbezogenes Wissen, computerisierte Informationen und Unternehmenskompetenzen. Während die ersten beiden Komponenten heute bereits über unterschiedliche statistische Erhebungen erfasst werden, liegen zu den Unternehmenskompetenzen keine umfassenden statistischen Daten vor. Diese Kompetenzen beinhalten insbesondere das unternehmensspezifische Humankapital, das unternehmensspezifische Organisationskapital sowie Markenwerte und die Reputation von Unternehmen.
Ziel des Projekts ist es, Wege für eine systematische Erhebung von Investitionen in diese Formen von Wissenskapital zu erschließen, um perspektivisch die Erfassung solcher Investitionen in eine amtliche Statistik integrieren und entsprechende Wissenskapitalstöcke berechnen zu können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Ausgaben für Wissenskapital im Bereich der Unternehmenskompetenzen, da diese im Rahmen der Unternehmensstatistik bisher faktisch nicht berücksichtigt werden.
Konkret verfolgt das Projekt drei Ziele:

  1. Messung der Ausgaben für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Unternehmenskompetenzen unter Vermeidung von Überschneidungen mit anderen Ausgaben für Sach- oder Wissenskapital.
  2. Erschließung von Messinstrumenten zu Investitionen in Unternehmenskompetenzen, die keine Befragung von Unternehmen erfordern.
  3. Analyse der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Komponenten von Wissenskapital einerseits und Innovationsausgaben und Innovationserfolgen andererseits – mit dem Ziel, den Einsatz von Wissenskapital als Innovationsindikator und als alternativer Weg zur Messung der Ausgaben für innovationsbezogene Aktivitäten zu messen.