Die neuesten Verkehrsprognosen zeigen, dass in den kommenden Jahren mit einem erheblichen Wachstum des Güterverkehrs und insbesondere des Straßengüterverkehrs zu rechnen ist. Die entsprechenden Netzkapazitäten können dieses Wachstum nicht mehr bedienen. Experten des Transportgewerbes gehen davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren die infrastrukturellen Grenzen im Straßenverkehr erreicht sind. Neben den bisher vorgebrachten Gründen für eine Verkehrsverlagerung wird demnach in den kommenden Jahren eine weitere, restriktive Ursache für eine Verkehrsverlagerung entstehen. Ziel dieser Studie ist es, die Verlagerungspotenziale vom Straßen- hin zum Güterverkehr auf anderen Verkehrsträgern bzw. zu der Kombination der Verkehrsträger zu analysieren. Bisherige Politikmaßnahmen gehen davon aus, über gezielte Infrastrukturinvestitionen zur Beseitigung der Netzengpässe (insbesondere des Transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes) bzw. mittels preispolitischen Instrumenten die gewünschte Verlagerung zu forcieren. Der Systemführer Straße zeichnet sich jedoch neben einem konkurrenzfähigen Preis insbesondere auch durch sein Leistungsprofil aus. Es gilt demnach zu untersuchen, mit welchen preis- und ordnungspolitischen Maßnahmen ein Umstieg von der Straße auf andere Verkehrsträger gefördert werden kann, ohne dass es zu Qualitätseinbußen für die Verladerschaft kommt. Es ist auf konzeptioneller Ebene zunächst zu klären, von welchen Faktoren die Güterverkehrsnachfrage abhängt (z.B. Preis, Zeitbedarf, Verfügbarkeit, Netzanbindung, etc.), um so die effizientesten Ansatzpunkte für Politik-maßnahmen zu finden. Auf Basis einer Befragung werden anhand ausgewählter Produzenten-Abnehmer-Relationen die Determinanten quantifiziert. Diese Informationen fließen sodann in ein diskretes Entscheidungsmodell und werden dort, um einzelne verkehrspolitische Maßnahmen, die im Sinne einer angestrebten Verkehrsverlagerung sein sollen, in ihrer Wirkung evaluiert. Eine zentrale Bedeutung des Forschungsvorhaben kommt folglich der Bestimmung von Nachfrageelastizitäten zu. Preis- und Zeitelastizitäten spielen eine entscheidende Rolle und sollen für den Güterverkehr quantifiziert werden.

Projektzeitraum

01.01.2001 - 31.08.2004

Kontakt
Projektteam

Dr. Georg Bühler (Leitung)