Eine generelle Arbeitszeitverkürzung als Mittel der Beschäftigungspolitik wird im Bündnis für Arbeit und in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Hintergrund ist die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit; Ziel ist eine Umverteilung des vorhandenen Arbeitsvolumens zugunsten der Arbeitslosen. Es werden insbesondere zwei Modelle diskutiert: zum einen eine Senkung der tariflichen Wochenarbeitszeit und zum anderen eine Senkung der Lebensarbeitszeit. Die Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung auf die Höhe der Beschäftigung sowie auf die Kosten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen werden kontrovers beurteilt. Eine Arbeitszeitverkürzung beeinflusst die Betriebsorganisation und die Flexibilität der Betriebe. Des Weiteren hängen die Auswirkungen von den Rahmenbedingungen ab, unter denen die Arbeitszeitverkürzung stattfindet. Hierbei stellt sich insbesondere die Frage nach der parallelen Lohnentwicklung und nach industriespezifischen Charakteristika. Es wird untersucht, welche Auswirkung eine Arbeitszeitverkürzung auf die Nachfrage nach unterschiedlichen Qualifikationsprofilen in der Metall- und Elektroindustrie hat und wie sich die Produktivität, die Kostenstruktur und die Wettbewerbsfähigkeit in diesem Industriezweig entwickeln. Dabei wird eine Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeit von derzeit 35 Stunden in der Metall- und Elektroindustrie auf 32 bzw. 30 Stunden betrachtet. Neben einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit wird die "Rente mit 60" analysiert. Das Ziel ist die Bewertung einer Arbeitszeitreduzierung durch das Vorziehen des Renteneintrittsalters auf 60 Jahre. Ausgangspunkt ist der vorgeschlagene Tariffonds, der eine Rentenabschlagskompensation vorsieht. Es werden sowohl der Finanzbedarf eines Tariffonds ermittelt als auch die Beschäftigungseffekte einer "Rente mit 60".

Auftraggeber

Arbeitgeberverband Gesamtmetall

Projektzeitraum

01.08.1999 - 01.01.2000

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