1. 15.09.2009 ()
    Standpunkt

    Nach Lage der Dinge haben die Finanzmarktexperten des ZEW-Finanzmarkttests im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland Recht behalten. Seit November letzten Jahres begannen sich die Einschätzungen bezüglich der Konjunktur in sechs Monaten aufzuhellen, wenngleich die negativen Beurteilungen bis ins Jahr 2009 überwogen. Die harten Konjunkturdaten bestätigen die Erwartungen der Finanzmarktexperten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf der Basis einer Schnellschätzung,die erfahrungsgemäß später einer Revision unterliegen wird, ist die dramatische Abwärtsbewegung des realen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal dieses Jahres zum Stillstand gekommen – also genau sechs Monate, nachdem sich die Konjunkturerwartungen des ZEW anfingen zu verbessern.

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  2. 06.08.2009 ()
    Standpunkt

    Die vergangenen Jahre waren Zeugen weltweiter und gravierender wirtschaftlicher Störungen ("Schocks"), welche die Volkswirtschaften jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmaß in Mitleidenschaft zogen. Im Zeitraum der Jahre 2003 bis 2008 hat sich der Rohölpreis gemessen in US-Dollar rund verfünffacht. Die realen Auswirkungen hielten sich in Deutschland in Grenzen, obschon gemäß einer ZEW-Studie dieser Ölpreisschock für sich genommen die Arbeitslosigkeit hierzulande nach oben getrieben hat (ZEW Discussion Paper 08-136). Ganz anders verhält es sich mit einem zweiten Schock. Aus einer regionalen Hypothekenkrise entwickelte sich ein weltweites Desaster in einer gigantischen Größenordnung. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds führte die US-amerikanische Hypothekenkrise zu einem Verlust dort in Höhe von etwa 250 Milliarden US-Dollar. Bis Ende des Jahres 2008 erwuchs daraus eine Werteinbuße auf den weltweiten Wertpapiermärkten, die sich auf mehr als das Hundertfache des ursprünglichen Schadens belief. Wie konnte sich die amerikanische Hypothekenkrise derart verstärken?

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  3. 17.06.2009 ()
    Standpunkt

    Geschenke erhalten einer bekannten Redewendung zufolge die Freundschaft. Das ist vor Wahlen nicht anders und das Wahlvolk nimmt es gelassen hin,weil die Wohltaten nach dem Urnengang meist wieder eingesammelt werden. Vor drei Jahren fand es nach Presseberichten ein führender Politiker, mittlerweile zum Parteivorsitzenden avanciert, sogar "unfair", sich und seine Zunft an Wahlaussagen messen zu lassen. Für wie blauäugig muss daher die Bundesregierung die Rentner halten, so als ob sich diese von der neuesten rentenpolitischen Wahlnummer vereinnahmen ließen, wonach Rentenkürzungen für alle Zeiten ausgeschlossen werden, komme was wolle.

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  4. 20.05.2009 ()
    Standpunkt

    So als ob wir nicht genug damit zu tun hätten, das Finanzsystem von der Intensivstation in die Rehabilitation zu bringen, versuchen nunmehr einflussreiche Gruppen, ihr Süppchen auf der Flamme der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zu kochen. Unter dem Schlagwort der Bekämpfung eines Neoliberalismus werden Reformbemühungen verunglimpft.

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  5. 24.04.2009 ()
    Standpunkt

    Das V-Wort ist in aller Munde, wobei nicht immer sorgfältig genug zwischen der Verstaatlichung einer Bank und der Beteiligung des Staates an einem privaten Unternehmen, etwa der Automobil- oder Maschinenbauindustrie, unterschieden wird. Zwischen beiden staatlichen Eingriffen liegen indes Welten.

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  6. 16.03.2009 ()
    Standpunkt

    Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Gleichwohl schauen sich die Menschen die Wettervorhersage im Fernsehen an, erkundigen sich beim Arzt, wann sie wieder gesund werden, und befragen Ökonomen nach der voraussichtlichen Wirtschaftsentwicklung. In vielen Fällen liegen Meteorologen,Mediziner und Ökonomen mit ihren Prognosen gar nicht mal so falsch, indem das Ereignis, dem sie die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit beimessen, tatsächlich so stattfindet. Aber eben nicht immer. Ein Hurrikan nimmt plötzlich eine andere Richtung, bei einer routinemäßigen Blinddarmoperation treten unversehens Komplikationen auf und der Ölpreis fährt Achterbahn. Dies widerspreche aller Erfahrung heißt es dann und das genau ist der springende Punkt.

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  7. 11.02.2009 ()
    Standpunkt

    Die Stabilisierung des Bankensektors ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Der Flächenbrand ist zwar eingedämmt, aber es scheint ein Schwelbrand entstanden zu sein. Dem muss der Staat nun - wenngleich zähneknirschend - mit neuen Maßnahmen begegnen. Aktuell geht es darum, die Bankbilanzen von "toxischen Wertpapieren" zu entsorgen. Denn deren Wertberichtigungen nehmen immer gravierendere Ausmaße an, in deren Folge ständige Erhöhungen des Eigenkapitals erforderlich werden. Es droht eine diesbezügliche Abwärtsspirale, die es zu verhindern gilt.

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  8. 12.12.2008 ()
    Standpunkt

    Es lohnt sich, die Ingredienzien jenes Giftcocktails, der als Finanzkrise die Welt in Atem hält, herauszuarbeiten, um die Verantwortlichen klar zu benennen und erste Lehren für eine Krisenprävention zu ziehen. Die Vereinigten Staaten schütteten die Basisspirituosen in den Shaker: eine zu expansive Geldpolitik, eine nicht zuletzt auf staatlichen Druck unverantwortliche Gewährung von Hypotheken an einkommensschwache Haushalte, regulatorische Defizite und eine eklatante Fehleinschätzung der systemischen Wirkungen des Zusammenbruchs von Lehman Brothers auf die globalen Finanzmärkte. So gesehen muten die zahlreichen Belehrungen aus den Vereinigten Staaten, wie anderswo das Finanzsystem zu gestalten sei, etwas deplatziert an. Vielleicht sollte dieser Barkeeper mal eine Runde aussetzen und seinen Kollegen zuschauen.

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  9. 06.11.2008 ()
    Standpunkt

    Die Krise auf den internationalen Finanzmärkten hat nicht nur immense direkte Kosten zur Folge, sondern bringt zudem eine Reihe von Kollateralschäden mit sich, wie unter anderem die zunehmend schwindende Akzeptanz eines marktwirtschaftlichen Systems. Schon seit geraumer Zeit verneint Umfragen zu Folge ein zunehmender Anteil der Bevölkerung die Frage, ob sich die Soziale Marktwirtschaft hierzulande bewährt habe. Denn die Soziale Marktwirtschaft sei mitverantwortlich dafür, dass die Geldgier der Finanzmarktakteure die Finanzwelt an den Abgrund geführt habe. Die Gewinne würden bei den Reichen privatisiert, die Verluste den Steuerzahlern aufgebürdet.

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  10. 10.10.2008 ()
    Standpunkt

    Es vergeht praktisch keine Woche, in der angesichts gestiegener Energiepreise nicht ein neuer Vorschlag zur Entlastung der Betroffenen vorgelegt wird. Mal sind es Subventionen beim Kauf energiesparender Kühlschränke. Mal ist es eine zusätzliche Pauschale für Empfänger von Wohngeld, welches ohnehin demnächst drastisch angehoben wird. Mal sind es günstige Kredite für umweltfreundliche Autos, weil Geringverdiener oft die ältesten Autos fahren würden. Mal sollen weitere Gebäudesanierungsmaßnahmen staatlicherseits gefördert werden. Und so wird es weiter gehen. Der Phantasie sind nur weite Grenzen gesetzt. Allein die Liste anderer subventionsfähiger Elektrogeräte ist lang, bis hin zu elektrischen Zahnbürsten, deren Kauf außerdem das Herz der Gesundheitspolitiker höher schlagen lässt.

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