1. 18.07.2011 (wfr)
    Standpunkt

    Geht es um die Frage, wie die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte am besten zu bewerkstelligen sei, sehen viele Unternehmer und ihre Verbandsvertreter bei den staatlichen Subventionen regelmäßig den prioritären Handlungsbedarf. Allerdings ist die Rede dann wohlweislich davon, dass Subventionen "auf den Prüfstand gestellt" oder "durchforstet" werden müssten. Denn eine Forderung nach vollständigem Abbau befände sich doch allzu sehr in der Nähe der Heuchelei, denn Subventionen für die eigene Branche sind selbstverständlich tabu, weil volkswirtschaftlich höchst wertvoll.

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  2. 06.06.2011 (wfr)
    Standpunkt
    Klima

    Nicht nur Prognosen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung unterliegen erheblichen Unsicherheiten, sondern Vorhersagen seitens der Naturwissenschaften ebenso und mit vielleicht noch dramatischeren Konsequenzen auf Grund von Fehleinschätzungen. Wahre Horrorgemälde fertigten seinerzeit beispielsweise Epidemiologen über die Verbreitung von Rinderwahnsinn und Schweinegrippe über die zu erwartenden Todesopfer an. Nachher las man es Gott sei Dank anders.

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  3. 10.05.2011 (wfr)
    Standpunkt

    Insbesondere auf dem internationalen Parkett wird Deutschland einer angeblichen Europamüdigkeit geziehen. Mitunter lässt sich nur schwer der Eindruck vermeiden, der Europaenthusiasmus der Deutschen werde im europäischen Ausland daran gemessen, inwieweit die Bundesregierung ohne Umschweife Zahlungsverpflichtungen im Rahmen diverser Rettungsschirme übernimmt. Untermauert werden einschlägige Begehrlichkeiten an Deutschland zum einen mit dem Vorwurf einer unsolidarischen Entwicklung der hiesigen Lohnstückkosten und zum anderen mit einem Verweis auf unsere hohen Leistungsbilanzüberschüsse als Beleg dafür, wie sehr der Euro Deutschland zum Nutzen gereicht habe, sodass es sich nun einmal, bitteschön, erkenntlich zeigen sollte. Beide Argumente sind unzutreffend.

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  4. 13.04.2011 (wfr)
    Standpunkt
    Kernkraftwerk

    Trotz der erschreckenden Nachrichten und Bilder aus Japan ist Kassandra eine schlechte Ratgeberin. Erforderlich ist vielmehr eine erneute Bewertung der Atomenergie, die zumindest die beiden folgenden Fragen klären muss: Welche Lehren sind aus der Katastrophe in Japan im Hinblick auf die Sicherheitslage hiesiger Kernkraftwerke zu ziehen? Welche Alternativen stehen uns zur Verfügung und wie sind diese unter technischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu bewerten?

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  5. 07.03.2011 (wfr)
    Standpunkt
    EU

    Im März dieses Jahres wollen die Staats- und Regierungschefs der EU über den am 4. Februar 2011 geplanten "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit" befinden. Dieser Pakt, häufig als "Wirtschaftsregierung" betitelt, zielt auf eine engere wirtschaftspolitische Zusammenarbeit der EU-Staaten ab, um mit Hilfe "harmonisierter Bedingungen der nationalen Märkte und Systeme" – so die Verlautbarung seitens des Bundeskanzleramts – systematisch die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Volkswirtschaften zu steigern.

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  6. 07.02.2011 (wfr)
    Standpunkt
    Währungsunion

    Wenn denn der Euro wirklich an den derzeitigen Schwierigkeiten und Fehlentwicklungen im Euro-Raum schuld wäre, stünde es in der Tat schlecht um das Gelingen der Währungsunion. Aber so ist es nicht, selbst wenn dies in einschlägigen Talk-Runden und pseudo-wissenschaftlichen Druckerzeugnissen dem Volk von Wichtigtuern einzuhämmern versucht wird.

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  7. 06.12.2010 (wfr)
    Standpunkt

    Schauen Sie sich Ihren Adventskranz bitte noch einmal genau an. Bestand er beim Kauf aus Trockenpflanzen oder war frisches Material charakterbestimmend? Wen diese Frage ausser Ihnen etwas angeht? Nun, das Finanzamt interessiert sich dafür. Denn im ersten Fall wird der Regelsatz der Umsatzsteuer (19 v. H.) fällig, im zweiten der ermäßigte Satz (7 v. H.). Da des Weiteren die Finanzverwaltung den Erfindungsreichtum ihrer Pappenheimer kennt, wenn es nämlich um Steuervermeidung geht, hat sie diesbezüglichen Anwandlungen vorsorglich einen Riegel vorgeschoben. Denn laut Schreiben des Bundesfinanzministeriums wird Trockenmoos durch Anfeuchten nicht wieder zu frischem Moos, schon gar nicht in steuerrechtlichem Sinn.

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  8. 15.11.2010 (wfr)
    Standpunkt

    Gesetzliche Mindestlöhne entwickeln sich allmählich zu wahren Wundermitteln gegen vielerlei Unbill. Aber wie für alle Medikamente gilt hier der Rat, sich nach Risiken und Nebenwirkungen zu erkundigen.

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  9. 15.10.2010 (wfr)
    Standpunkt

    Wir schreiben das Jahr 2015 und es ist mal wieder Montagmorgen. In den Universitäten sitzen die Wirtschaftswissenschaftler spannungsgeladen vor ihren Bildschirmen, denn pünktlich um 10.00.00 Uhr kann man beim Handelsblatt die wöchentliche Ranking-Liste herunterladen. Wie üblich bricht der Server unter dem Ansturm der Anfragen erst einmal zusammen. Aber endlich ist es soweit, die Hitliste kann eingesehen werden. Für jeden Wissenschaftler und jede Fakultät wird, fein säuberlich getrennt nach A-Journals, B-Journals – und horribile dictu – C-Journals, die Anzahl der Publikationen und Zitierungen und deren Veränderungen ausgewiesen und eine Best-Performance Rangliste gleich mitgeliefert.

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  10. 13.08.2010 (wfr)
    Standpunkt
    Prognose

    Die Zukunft ist offen und ungewiss. Dies scheint der Philosophie zu banal zu sein, als dass sie sich damit groß befasst. Gleichwohl haben wir es gemäß Immanuel Kant bei Menschen mit frei handelnden Wesen zu tun, denen sich zwar vorher diktieren lässt, was sie tun sollen, aber nicht vorhersagen lässt, was sie tun werden (in: "Der Streit der Fakultäten", 1794, 2. Abschnitt; das Zitat verdanke ich Otfried Höffe). Kurzum: Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Natürlich gibt es Naturgesetze, wie etwa die Schwerkraft. Wer einen Ball wirft, kann ziemlich sicher sein, dass dieser zu Boden fällt, es sei denn, der Gegenspieler fängt ihn vorher auf. Volleyballspieler können davon ein Lied singen.

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