Das vorliegende Kurzgutachten untersucht die zukünftige Rolle der Kohle in der deutschen Stromerzeugung vor dem Hintergrund des energiepolitischen Zieldreiecks ökonomischer Effizienz, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Diese Dimensionen sind eng miteinander verflochten und unterliegen Zielkonflikten. Die Verbesserung in einer Zieldimension bedeutet mitunter die Verschlechterung in einer anderen Zieldimension.

Angesichts der Knappheit von volkswirtschaftlichen Ressourcen ist die Forderung nach einer kosteneffizienten Stromerzeugung, d. h. die Bereitstellung von Strom zu minimalen gesamtwirtschaftlichen Kosten, das zentrale ökonomische Bewertungskriterium für Stromerzeugungstechnologien. Die gesellschaftlichen (sozialen) Kosten umfassen dabei sowohl die betriebswirtschaftlichen als auch die externen Kosten. Letztere betreffen die mit der Stromerzeugung verbundenen Umweltschäden, insbesondere die Wirkungen von Treibhausgasemissionen und die Gesundheitsschäden durch Luftschadstoffe, für die es keine adäquate Berücksichtigung durch Marktpreise gibt. Umweltökonomische Instrumente wie der EU-Emissionshandel zielen darauf ab, diese im Markt nicht berücksichtigten Kosten zu internalisieren. Umweltwirkungen und Umweltpolitiken sind somit ein wichtiger Bestandteil der Analyse. Mittels externer Kosten können zwei Dimensionen des Zieldreiecks, nämlich Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit, zusammengeführt werden. Daneben ist aber auch die aktuelle und prognostizierte Rolle der Kohle im Energiemix zu beachten und sind die Argumente der Versorgungssicherheit zu berücksichtigen.

Löschel, Andreas (2009), Die Zukunft der Kohle in der Stromerzeugung in Deutschland, Eine umweltökonomische Betrachtung der öffentlichen Diskussion, Energiepolitik / 1 / 2009, Herausgegeben vom Arbeitskreis Energiepolitik, Berlin. Download

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Expertises

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Energie, Zukunft, Bergbau, Kohle