In diesem Paper wird die Auswahl von Gleichgewichten auf dem Treibstoffmarkt untersucht. Zu diesem Zweck wurde ein einmaliger Datensatz herangezogen, der sämtliche Daten über die Preise am Treibstoffmarkt in einem städtischen Umfeld umfasst. Der verwendete Datensatz bezieht sich auf einen Zeitraum von 15 Jahren und beinhaltet nach der Hälfte des betrachteten Zeitraums einen Übergang zu einem Koordinationsgleichgewicht. In dieser Studie konnte eine graduelle, dreijährige Übergangsphase festgestellt werden, in der Unternehmen ihre dominante Position auf dem Markt nutzen, um als Preisführer und durch die Manipulation von Preisen zentrale Gleichgewichtspunkte zu schaffen. Dadurch können sie nicht nur Marktpreise koordinieren, sondern auch den Preiswettbewerb aufweichen und ihre Gewinnspanne erhöhen. Die Ergebnisse stellen einen Beitrag für die Forschung im Bereich der Kollusionstheorie dar. Dabei kommt ihnen insbesondere bei der Untersuchung der Initiierung von Kollusionen und der Auswahl von Marktgleichgewichten eine besondere Rolle zu. Im Rahmen der Veranstaltung soll außerdem auf die Forschungsergebnisse eingegangen werden, die für die Ausgestaltung politischer Maßnahmen im Bereich der Fusionskontrolle und für die Entwicklung von Aufdeckungsstrategien von großer Bedeutung sein könnten.

Termin

12.09.2017 | 14:00- 15:30

Veranstaltungsort
ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim
Raum
Heinz-König-Hall
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