Der moderne Wohlfahrtsstaat ist zwei enormen Veränderungen ausgesetzt: den Auswirkungen der Digitalisierung und der Einwanderung. Ähnlich wie Deutschland hat Schweden einen höheren Pro-Kopf-Anteil an Flüchtlingen aufgenommen als die meisten anderen Länder. Infolgedessen gerät der schwedischen Wohlfahrtsstaat zunehmend in Bedrängnis. Zusätzlich verstärken digitale Technologien bereits bestehende Polarisierungstendenzen in Bezug auf Arbeit und Löhne. Die digitale Umrüstung findet zu einem kritischen Zeitpunkt für den Arbeitsmarkt statt, in dem unzureichende politische Maßnahmen zu weiterer Ungleichheit und Polarisierung führen können. Hierbei könnte durch die Nutzung plattformbasierter Arbeit eine große Vielfalt neuer Jobmöglichkeiten eröffnet werden. Die Grundlage für die Steuereinnahmen könnte durch die einfachere Verlagerung der Einsatzfaktoren in der Produktion untergraben werden. Welche Konsequenzen lassen sich aus diesen Trends ableiten, die den Wandel in den Industrieländern vorantreiben? Und welche Auswirkungen haben diese auf Schweden und andere europäische Länder, die sich durch einen starren Arbeitsmarkt und umfassende steuerfinanzierte Wohlfahrtsleistungen kennzeichnen?

Termin

27.04.2017 | 14:00 - 15:30

Veranstaltungsort
ZEW, L 7,1 D-68161 Mannheim
Raum
Heinz-König-Hall
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