Professor Dr. Ingo Vogelsang ist Research Associate am ZEW. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Boston University. Als Experte auf den Gebieten Industrieökonomik und Wirtschaftspolitik ist er auf staatliche Regulierung, öffentliche Unternehmen und deren Privatisierung sowie auf Energiewirtschaft und den Telekommunikationssektor spezialisiert, wobei er sich insbesondere der Anreiz- und Institutionenprobleme annimmt. Professor Vogelsang unterrichtet seit fast 35 Jahren Volkswirtschaftslehre an der Boston University.

Vogelsangs theoretische Arbeiten zu Anreizregulierung haben zu den Price-Cap-Mechanismen geführt, die in Netzwerkindustrien weltweit bei der Regulierung Anwendung finden. Seine jüngsten Arbeiten im Telekommunikationssektor fokussieren auf der Entwicklung von Regulierungspolitiken bei digitaler Konvergenz. Er versucht darüber hinaus Kriterien zu entwickeln, unter welchen Bedingungen industriespezifische Regulierung der Anwendung der Wettbewerbspolitik vorzuziehen ist. Diese Untersuchungen adressieren auch das Verhältnis zwischen Anreizregulierung und Infrastrukturinvestitionen in Netzwerkindustrien. Hierbei konzentriert er sich besonders auf die Auswirkungen der Regulierung alter Infrastrukturen auf die Investitionen in modernere Infrastrukturen, die ihrerseits einer Regulierung unterliegen können aber nicht müssen. In gewissem Umfang außerhalb seines Forschungsschwerpunkts hat er kürzlich an der Entwicklung eines Kostenmodells für Elektrizitätsnetze mitgewirkt sowie an Laborexperimenten über Investitionskooperationen für neue Infrastrukturen und den daraus entstehenden Kollusionsanreizen für die Kooperationspartner, die auf der Endnutzerebenen miteinander konkurrieren. Professor Vogelsang hat 16 Bücher und viele Aufsätze in führenden Zeitschriften veröffentlicht, u.a. im RAND Journal of Economics, im Quarterly Journal of Economics, im Journal of Public Economics, im International Economic Review und im Journal of Industrial Economics.

Professor Vogelsang hat eine Reihe weiterer Tätigkeiten ausgeübt, darunter als Mitherausgeber des Handbook of Telecommunications Economics und Associate Editor von Information Economics and Policy. Er ist im Editorial Board des Journal of Regulatory Economics, des Review of Network Economics, von International Economics and Economic Policy, des Latin American Economic Review, des Review of Network Economics und von Netzwirtschaften & Recht. Er ist zurzeit auch Fakultätsmitglied der Pardee RAND Graduate School. Im Zuge seines Forschungsinteresses im Energiebereich war er Visiting Economist am MIT Energy Laboratory.

Seine Beratertätigkeit bezieht sich u.a. auf die RAND Corporation, die Europäische Kommission, die Bundesnetzagentur, die Monopolkommission, das Bundeswirtschaftsministerium, die U.S. Federal Energy Regulatory Commission sowie die Regulierungskommissionen einer Reihe von Ländern, zuletzt von Österreich, der Schweiz und Neuseelands. Gemeinsam mit Werner Neu und Karl-Heinz Neumann entwarf er für das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) einen neuartigen Regulierungsansatz für Wholesale-Preise für bestehende Anschlussnetze angesichts der graduellen Ersetzung dieser durch Anschlussnetze der nächsten Generation. In einem aktuellen Projekt für die New Zealand Commerce Commission (NZCC) entwickelte er einen Beurteilungsrahmen dafür, wie man die Vor- und Nachteile der Weighted Average Cost of Capital (WACC) relativ zu anderen wirtschaftspolitischen Instrumenten für Investitionsanreize abschätzen kann. Er war zudem auch Berater der Weltbank für die Wohlfahrtswirkungen von Privatisierungen und der Umstrukturierung von Netzwerkindustrien.

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