In der einschlägigen, empirischen Literatur wird eine Vielzahl von Patentindikatoren benutzt, um Charakteristika wie den Wissenschaftsbezug, die Relevanz, und den Wert von patentierten Erfindungen abzubilden. Trotz zahlreicher Versuche, diese Maße zu validieren, wie z.B. durch Erfinderbefragungen, wird die Qualität solcher Indikatoren momentan hitzig debattiert. Diese Studie stellt einen Beitrag zur aktuellen Diskussion dar. Wir vergleichen eine Gruppe von offensichtlich "skurrilen" Patenten mit einer Kontrollgruppe regulärer Patente, um zu testen, ob die vielfach genutzten Patentindikatoren dazu in der Lage sind, zwischen beiden Gruppen von Patenten zu differenzieren. Wir evaluieren die Indikatoren anhand deskriptiver Statistiken und multivariater Probitmodellanalysen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Zitationen, die ein Patent von der späteren Patentliteratur erhält, ein oft genutzter Indikator für die Relevanz von Patenten, in der Lage ist, die "skurrilen" Patente von der Kontrollgruppe zu unterscheiden. Für patent-basierte Indikatoren wie die Originalität, Generalität und die Zeitspanne bis zur ersten Zitation sind die Ergebnisse jedoch weniger zufriedenstellend. Würde man die Standardinterpretation wie in der existierenden der Literatur anwenden, müsste man schlussfolgern, dass die "skurrilen" Patente wissenschaftsbasierter und komplexer sind als die Kontrollgruppe. Folglich schließen wir, dass patent-basierte Indikatoren mit größter Vorsicht ökonomisch interpretiert werden sollten. Im Idealfall sollte in jeder Studie eine externe Validierung der Indikatoren vorgenommen werden.

Czarnitzki, Dirk, Katrin Hussinger und Cédric Schneider (2011), Wacky Patents Meet Economic Indicators, ZEW Discussion Paper No. 11-044, Mannheim, erschienen in: Economic Letters. Download

Autoren

Czarnitzki, Dirk
Hussinger, Katrin
Schneider, Cédric

Schlagworte

patents, patent indicators, quality measurement