Internationale Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten bieten Unternehmen die Möglichkeit, weltweite Wissens- und Effizienzressourcen zu nutzen und neue Märkte besser zu erschließen. Zugleich bedeutet die Internationalisierung von FuE-Aktivitäten unter anderem jedoch auch eine Dezentralisierung der Kompetenzen und einen erhöhten Koordinierungsaufwand. Bei dieser Strategie, die Unternehmen infolge des zunehmenden weltweiten Wettbewerbs verstärkt anwenden, steht demnach der ungewisse Nutzen (FuE-Tätigkeiten sind mit großen Risiken bezüglich ihrer Ergebnisse verbunden) steigenden Kosten gegenüber. Die zentrale Fragestellung lautet daher, ob Unternehmen durch internationale FuE-Aktivitäten ihre Profitabilität steigern können. Die bestehende empirische Literatur liefert bislang keine Evidenz dahingehend, ob Unternehmen von internationalen FuE-Tätigkeiten finanziell profitieren oder ob die Kosten die Erträge übersteigen. Die vorliegende Studie schließt diese Forschungslücke. Die Evaluation der Strategie der Internationalisierung von FuE-Prozessen hinsichtlich der zukünftigen Profitabilität von Unternehmen erfolgt mittels ökonometrischer Methoden. Dazu werden die Gewinne von Unternehmen, die nationale und internationale Forschungskapazitäten besitzen, verglichen mit den Gewinnen von Unternehmen, die ausschließlich nationale Forschung betreiben bzw. die keine eigene Forschung durchführen. Da nicht nur die Zahl der Unternehmen mit ausländischen Innovationsaktivitäten steigt, sondern auch die Anzahl der Auslandsstandorte innerhalb eines Unternehmens zunimmt, beleuchtet die Studie in einem zweiten Schritt, inwieweit sich ein größerer Grad an internationaler FuE-Dezentralisierung auf die Profitabilität auswirkt. Die Ergebnisse auf Basis von mehr als 1300 deutschen Unternehmen im Rahmen des Mannheimer Innovationspanels zeigen zunächst, dass Unternehmen mit eigener FuE signifikant höhere Gewinne in den folgenden Jahren erzielen als Unternehmen ohne eigene Forschungsleistungen. Dieser positive Gewinneffekt ist für Unternehmen, die sowohl im Inals auch im Ausland FuE betreiben, jedoch etwa doppelt so hoch wie für Unternehmen, die Forschung nur im Inland durchführen. Darüber hinaus weisen unsere Ergebnisse auf einen invers u-förmigen Verlauf zwischen dem Grad an internationaler Dezentralisierung von FuE und Profitabilität. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die ausländische FuE in zwei bis drei Ländern durchführen, den höchsten Effekt auf die Umsatzrendite erfahren. Unternehmen mit FuE-Standorten in vier oder mehr Ländern weisen dagegen eine geringere Profitabilität auf als Unternehmen mit einem mittleren Dezentralisierungsgrad. Ihre Umsatzrendite ist aber dennoch deutlich höher als die von Unternehmen, die nur in Deutschland Forschung betreiben.

Schlagworte

R&D, Innovation, Internationalisation, Firm performance, Profit