Der Fachkräftesicherung ist eine große Herausforderung für die Innovationskraft hoch entwickelter Volkswirtschaften. Insbesondere in jungen Technologiefeldern suchen die Unternehmen mit hohem Aufwand nach geeigneten Mitarbeitern. Die meisten Unternehmen unterstellen, dass besonders nachgefragte mobile Allroundtalente jung sind. Darüber hinaus befürchten Unternehmen den Verlust wertvoller Expertise, wenn große Kohorten lang gedienter und gut ausgebildeter Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Dieses Papier untersucht den Effekt der Verjüngung der Belegschaft auf die Innovationsleistung der Betriebe. Ein Schwerpunkt der Untersuchung bezieht sich auf das Alter der Mitarbeiter, die den Betrieb verlassen und der neu eingestellten Mitarbeiter. Im Gegensatz zu bisherigen Studien zu Alterseffekten auf Innovationen identifizieren wir Mitarbeiterbindung, Einstellungs- und Entlassungsmuster von Mitarbeitern unter Berücksichtigung ihres Alters. Wir beobachten, dass die meisten der 585 untersuchten Betriebe ihre Belegschaft durch die Einstellung junger Mitarbeiter verjüngen, und dass die Hälfte der Betriebe zusätzlich ältere Mitarbeiter entlässt. In einem zweiten Schritt berücksichtigen wir, dass die Mitarbeiterfluktuation von der allgemeinen Entwicklung der Mitarbeiterzahl sowie der Dominanz des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt abhängen könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Verjüngung und die Altersheterogenität der Belegschaft zwischen Betrieben in unterschiedlichen Wachstums- und Dominanzregimen unterscheiden. Belegschaften werden beispielsweise in wachsenden Betrieben in der Tendenz heterogener. Überdies wird die Verjüngung bei schrumpfenden Betrieben hauptsächlich durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter verursacht und zwar unabhängig vom Dominanzregime. Dominante Betriebe verjüngen ihre Belegschaft häufiger durch den Eintritt jüngerer Mitarbeiter; dies gilt auch in Zeiten hoher Arbeitsnachfrage. Die Mitarbeiterbindung, Einstellungs- und Entlassungsmuster von Mitarbeitern und deren Alterscharakteristika trägt jedoch nicht messbar zur Innovationsleistung der Betriebe bei. Unsere Ergebnisse lassen die Interpretation zu, dass dominante Betriebe leichter die Spreu vom Weizen trennen können: sie sind nicht nur in der Lage diejenigen Mitarbeiter einzustellen, die die Innovationsleistung fördern (beispielsweise durch eine Verjüngung), sie können zudem die leistungsfähigsten Mitarbeiter in allen Alterssegmenten einstellen und an sich binden. Dies erklärt möglicherweise, weshalb die Mitarbeiterfluktuation im Zusammenhang mit demographischen Merkmalen keinen großen Erklärungswert für die Innovationsleistung aufweist. Diese Untersuchung basiert auf umfangreichen deutschen verknüpften Betriebs- und Beschäftigtendaten der Jahre 1993-2006. Innovationen werden mit einem präzisen Indikator, dem Anteil neuer Produkte und Dienstleistungen am Umsatz für die Jahre 2000 und 2003 gemessen.