Diese Studie untersucht die Rückkehr von Müttern an den vorherigen Arbeitsplatz nach der Geburt ihres ersten Kindes. Dazu werden Erwerbsbiographien mit Personaldaten eines großen deutschen Unternehmens ausgewertet. In der empirischen Analyse werden verschiedene Hypothesen getestet, die aus der arbeitsmarktökonomischen Literatur und der Management Literatur abgeleitet sind. Eine Haupthypothese unterstellt, dass ein erfolgreiches Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis vor der Geburt des ersten Kindes zu höheren Rückkehrwahrscheinlichkeiten und schnellerer Rückkehr führt. Eine weitere Hypothese stellt legt nahe, dass Frauen, die Teilzeit in Elternzeit arbeiten, höhere Rückkehrwahrscheinlichkeiten und höhere Stabilität nach der Rückkehr aufweisen. Weiterhin werden Karriereverläufe von Müttern vor der Geburt des ersten Kindes mit Karriereverläufen von Nicht-Müttern verglichen. In der empirischen Analyse werden die Determinanten der kumulativen Inzidenzen der verschiedenen Übergänge geschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass es eine große Herausforderung für das Management ist, das Rückkehrverhalten von Frauen nach der Geburt vorauszusehen. Ein großer Anteil der Frauen kehrt gar nicht an den Arbeitsplatz zurück oder bekommt während bzw. kurz nach der ersten Elternzeit ein zweites Kind. Weiterhin bekommen viele Frauen ein Kind, wenn ihre Karriere - verglichen mit Nicht-Müttern - gerade vergleichsweise erfolgreich ist. Insbesondere bei diesen Frauen ist das Management an einer schnellen Rückkehr interessiert, da sowohl ihr Ersatz während der Elternzeit als auch eine Nichtrückkehr an den vorherigen Arbeitsplatz mit hohen Kosten verbunden ist. Hinzu kommt, dass nach langer Auszeit kein Interesse des Unternehmens an einer Rückkehr bestehen könnte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein großer Anteil der Frauen nach der Geburt eines Kindes nicht in gleichem Maße an ihre erfolgreiche Karriere anschließt und sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wieder an ihren vorherigen Arbeitsplatz zurückkehrt. Die Ergebnisse zeigen allerdings auch, dass eine hohe relative Lohnposition, lange Betriebszugehörigkeit sowie eine überdurchschnittliche Beförderungsrate vor der Geburt in positivem Zusammenhang mit der Rückkehr an den alten Arbeitsplatz und der Stabilität der Beschäftigung im ersten Jahr nach der Rückkehr stehen. Diese Indikatoren können dem Management dabei helfen, die Rückkehrwahrscheinlichkeit abzuschätzen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass Teilzeit in Elternzeit ein guter Weg der Reintegration nach der Geburt eines Kindes ist und damit mögliche Konflikte zwischen Arbeits- und Privatleben abgebaut werden können.

Fitzenberger, Bernd, Susanne Steffes und Anthony Strittmatter (2010), Return-to-Job During and After Maternity Leave, ZEW Discussion Paper No. 10-103, Mannheim. Download

Autoren

Fitzenberger, Bernd
Steffes, Susanne
Strittmatter, Anthony

Schlagworte

female employees, maternity leave, match quality, personnel data