Innovationsprojekte können immer wieder scheitern, unabhängig davon, wie viel Ressourcen Unternehmen für sie bereitgestellt haben. In diesem Beitrag wird untersucht, wie Unternehmen durch die Art der Allokation von finanziellen Mitteln auf Produktinnovationsprojekte den Innovationserfolg erhöhen können. Dabei wird angenommen, dass Unternehmen sowohl die Höhe der für Innovationsprojekte verfügbaren Mittel als auch die Zahl der unterschiedlichen Projekte festlegen. Auf der Grundlage von Informationen zu annähernd 1.500 innovativen Unternehmen in Deutschland untersuchen wir, ob eine Strategie, die verfügbaren Ressource auf eine größere Zahl von Projekten zu verteilen, zu einem höheren Umsatz mit neuen Produkten führt. Des Weiteren wird analysiert, ob eine selektive Mittelallokation, bei der wenig aussichtsreiche Projekte eingestellt und die Mittel auf die aussichtsreicheren Projekte konzentriert werden, zu höheren Innovationserfolgen führt. Dabei wird auch der Einfluss der Unsicherheit auf dem Absatzmarkt des Unternehmens berücksichtigt. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass eine Strategie der "Breite", d.h. der Verfolgung von vielen Innovationsprojekten, eher erfolgversprechend ist als die Strategie, weniger Projekte mit einem hohen Mittelumfang auszustatten. Der positive Effekt der "Breite" ist besonders stark, wenn der Neuheitsgrad der Produktinnovationen hoch ist. Eine Strategie der „Breite“ empfiehlt sich insbesondere in Produktmärkten, die durch eine hohe Unsicherheit wie z.B. große, unvorhersehbare Schwankungen der Nachfrage gekennzeichnet sind. Eine selektive Vorgehensweise erhöht ebenfalls den Innovationserfolg. Die Untersuchung belegt damit die wichtige Rolle der Art der Ressourcenallokation für den Erfolg von Produktinnovationsaktivitäten. Durch die Verfolgung viele unterschiedlicher Projekte können Unternehmen gerade unter unsicheren Marktbedingungen vermeiden, auf das falsche Pferd zu setzen. Die Vielfalt an Innovationsoptionen kompensiert dabei bei weitem den Umstand, dass das einzelne Projekt nur mit vergleichsweise geringen Mittel ausgestattet werden kann. Dabei scheint eine Kombination mit einer selektiven Innovationsstrategie, d.h. dem rechtzeitigen Einstellen von wenig aussichtsreichen Projekten, besondere zielführend zu sein.

Klingebiel, Ronald und Christian Rammer (2011), Resource Allocation Flexibility for Innovation Performance: The Effects of Breadth, Uncertainty, and Selectiveness, ZEW Discussion Paper No. 11-073, Mannheim, erschienen in: Strategic Management Journal. Download

Autoren

Klingebiel, Ronald
Rammer, Christian

Schlagworte

Innovation Performance, Resource Allocation, Uncertainty, Selectiveness, Innovation Management