Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen einer Reform des Referenzpreissystems in Dänemark auf Preise und Nachfrage von Statinen, Produkte, die den Cholesteringehalt des Blutes reduzieren. Zu hohe Cholesterinwerte können mit dem Herz- Kreislaufsystem hervorrufen. Referenzpreise werden in 19 europäischen Ländern sowie Australien, British Columbia und Neuseeland. Unsere Arbeit ist die erste, die Preis- und Mengendaten gemeinsam analysiert, um Reformeffekte zu berechnen. Wir ermitteln die Veränderungen in Gesundheitsausgaben, den Patienten-Zuzahlungen, der Patienten-Wohlfahrt und den Erlösen der Hersteller. Ein Hauptresultat ist, dass das Gesundheitssystem und die Patienten von der Reform profitiert haben in Termini von gesunkenen Preises und Gesamtausgaben. Die Hersteller der Medikamente haben hingegen Verluste erlitten. Es bestehen allerdings grosse Unterschiede in der Verteilung der Veränderungen. Produkte, die vor der Reform relativ billig waren, haben ihre Preise wesentlich weniger gesenkt (bzw. sogar erhöht) als solche, die vor der Reform teuer waren. Die Verbesserung der Situation von Patienten und dem Gesundheitssystem ist vor allem den Produkten zu verdanken, die vor der Reform relativ teuer waren. Die Reformeffekte sind also sehr asymmetrisch verteilt über die Produkte (und daher auch über die Patienten). Wir zeigen ebenso, dass eine Analyse von Reformeffekten, die alleine auf Preisen beruht, zu recht irreführenden Wohlfahrtsimplikationen mündet.

Kaiser, Ulrich, Susan J. Mendez und Thomas Roende (2010), Regulation of Pharmaceutical Prices: Evidence from a Reference Price Reform in Denmark, ZEW Discussion Paper No. 10-062, Mannheim. Download

Autoren

Kaiser, Ulrich
Mendez, Susan J.
Roende, Thomas

Schlagworte

pharmaceutical markets, regulation, co-payments, reference pricing, asymmetric welfare effects