Angesichts steigender Hochwasserrisiken gewinnen private Schutzmaßnahmen auf Haus-haltsebene an Relevanz. Wir untersuchen die technische und verhaltensbasierte Hochwasser-vorsorge von mehr als 3.200 privaten Haushalten in Deutschland anhand eines neuen Panelda-tensatzes aus den Jahren 2012 und 2014. Die Ergebnisse zeigen, dass das Vorsorgeverhalten positiv mit der erwarteten Schadensdeckung durch Versicherungen korreliert – dies wider-spricht der Befürchtung von moral hazard und deutet darauf hin, dass Versicherung und wei-tere Vorsorge eher als Komplemente denn als Substitute wahrgenommen werden. Ein nicht unerheblicher Teil der Haushaltsvorstände scheint fälschlicherweise davon auszugehen, dass ihre Hochwasserschäden versichert seien. Zudem zeigen wir, dass die bisherigen Aufklärungs- und Informationskampagnen zur Elementarschadenthematik keinen Effekt auf das private Vorsorgeverhalten hatten. Vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Versicherungspflicht für Elementarschäden sprechen diese Ergebnisse tendenziell für die Einführung einer Versicherungspflicht.

Autoren

Osberghaus, Daniel
Philippi, Alina

Schlagworte

Insurance; Floods; Moral hazard; Flood mitigation