Zahlreiche empirische Studien belegen die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für den ökonomischen Erfolg von Unternehmen, Branchen und ganzen Volkswirtschaften. Durch die Nutzung von IKT als Basistechnologien werden Unternehmen dazu befähigt, ihre Geschäftsprozesse neu zu organisieren und zu optimieren und neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Vertreter aus Wirtschaft und Politik betrachten eine leistungsfähige Internetinfrastruktur als wichtige Voraussetzung dafür, die wirtschaftlichen Potenziale von IKT auszuschöpfen. Diese Studie liefert empirische Evidenz für den kausalen Effekt der Breitbandnutzung auf den Unternehmenserfolg. Die Untersuchung basiert auf Daten für Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors in Deutschland. Die Arbeitsproduktivität sowie die Realisierung von Produkt- oder Prozessinnovationen dienen als Maße für den Unternehmenserfolg. Die Analyse bezieht sich auf den Zeitraum 2001 bis 2003, die frühe Phase der DSL-Einführung in Deutschland. Zu dieser Zeit verfügten ca. 60 Prozent der Unternehmen über einen Breitbandanschluss. Zur Identifikation des kausalen Effekts wenden wir einen Instrumentvariablenansatz an. Hierbei wird die Verfügbarkeit von DSL auf Postleitzahlebene als Instrumentvariable genutzt, die den Einsatz von Breitbandinternet auf Unternehmensebene erklärt. Die Ergebnisse der ökonometrischen Analyse ergeben keinen signifikanten Effekt der Breitbandnutzung für die Arbeitsproduktivität. Jedoch zeigen sich positive und signifikante Effekte der Breitbandnnutzung für die Innovationsaktivität. Unternehmen, die in oder kurz nach der Phase der DSL-Einführung Breitband nutzten, waren somit eher in der Lage, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen.

Schlagworte

labour productivity, innovation, broadband Internet