Die Besteuerung grenzüberschreitend tätiger verbundener Unternehmen in der Europäischen Union befindet sich im Umbruch. Die vorherrschenden Regelungen zur Gruppenbesteuerung in den Mitgliedstaaten sind derzeit noch überwiegend auf national tätige verbundene Unternehmen beschränkt. Aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache Marks&Spencer könnte sich schon kurzfristig Reformbedarf ergeben. Darüber hinaus strebt die Europäische Kommission langfristig die Schaffung einer einheitlichen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage an. Demnach sollen grenzüberschreitend tätige verbundene Unternehmen ihren Gewinn zunächst separat nach einheitlichen Gewinnermittlungsregeln ermitteln, anschließend zu einem konsolidierten Ergebnis zusammenfassen und schließlich anhand von Schlüsselgrößen auf die betroffenen Mitgliedstaaten aufteilen können. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen besteht die Zielsetzung des Forschungsprojekts darin, alternative Konzepte für die Weiterentwicklung der körperschaftsteuerlichen Organschaft in Deutschland sowie der innerhalb der Europäischen Union angestrebten einheitlichen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage zu entwickeln.

Oestreicher, Andreas, Wolfram Scheffler, Christoph Spengel und Dietmar Wellisch (2008), Modelle einer Konzernbesteuerung für Deutschland und Europa, Bd. 87, Nomos Verlag, Baden-Baden.

Autoren

Oestreicher, Andreas
Scheffler, Wolfram
Spengel, Christoph
Wellisch, Dietmar

Schlagworte

Konzernbesteuerung, EU-Steuerharmonisierung