Energiearmut könnte ein zunehmend ernstes Problem darstellen, falls die realen Preise für Energie marktbedingt oder durch politische Maßnahmen zur Treibhausgasvermeidung rasch ansteigen. Die Messung von Energiearmut beruht im Wesentlichen auf zwei weitgehend voneinander unabhängigen Bestandteilen. Zum einen muss eine angemessene Energiearmutsgrenze definiert werden. Dies ist eine weitgehend normative Frage. Zum anderen müssen passende Methoden zur Messung von Energiearmut (auf Basis einer Energiearmutsgrenze) ausgewählt werden. In diesem Arbeitspapier werden eine Reihe von Energiearmutsgrenzen auf Basis der bestehenden Literatur diskutiert und auf ihre Eignung zur Anwendung auf den Fall Deutschlands hin überprüft. Zudem werden Techniken zur Messung von Energiearmut vorgeschlagen. Auf Basis deutscher Haushaltsmikrodaten aus dem Sozio- ökonomischen Panel (SOEP) werden Ergebnisse für verschiedene Energiearmutsgrenzen generiert und gegeneinander abgewogen. Wie sich zeigt, kommt es bei der Anwendung verschiedener Energiearmutsgrenzen teilweise zu wesentlichen Unterschieden in der resultierenden Bewertung von Energiearmut. Die Wahl der Energiearmutsgrenze beeinflusst daher maßgeblich die resultierende Bewertung des Ausmaßes an Energiearmut und sollte mit Bedacht gewählt werden. Auch verschiedene Messtechniken können zu teils sehr unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Armutsbewertung führen. Daher werden Möglichkeiten zur Messung von Energiearmut insbesondere mit Hinblick auf einen Vergleich verschiedener Haushaltstypen aufgezeigt und auf die verfügbaren Haushaltsmikrodaten angewendet.

Autoren

Heindl, Peter

Schlagworte

Fuel poverty, energy poverty, poverty measurement, Energiearmut, Germany