In einigen Fällen kann die Verknüpfung von Politikmaßnahmen zur Bereitstellung internationaler öffentlicher Güter zu einer Steigerung der globalen Wohlfahrt führen. Ein Beispiel dafür ist die internationale Verknüpfung nationaler Politiken zur Vermeidung von Treibhausgasen. Dadurch werden zusätzliche kostengünstige Vermeidungsoptionen eröffnet deren Nutzung die globale Wohlfahrt erhöhen kann. Eine Verbindung von Politikmaßnahmen kann dabei zu Situationen führen in denen sich die Kosten für ein Land verringern, während die Kosten für ein anderes Land ansteigen. Das Ausmaß erwarteter Kostenänderungen bestimmt dabei unter anderem ob ein Land Interesse an einer Politikverknüpfung hat.

In diesem Papier wird der Fall zweier Länder betrachtet die eine exogen gegebene Menge eines öffentlichen Gutes (z.B. Treibhausgasminderung) unter unsicheren Kosten produzieren oder das Gut andernfalls auf dem Markt erwerben (internationaler Emissionshandel). Dabei werden die anfallenden Kosten verglichen falls beide Länder Mengenregulierung wählen (z.B. ein Emissionshandelssystem) und falls ein Land eine Preislösung implementiert (z.B. eine CO2-Steuer) während das andere Land eine Mengenlösung wählt. Um die Kostenentwicklung in beiden Fällen und unter Unsicherheit über die tatsächlich anfallenden Kosten zu ermitteln wird eine numerische Anwendung des Modells vorgenommen, wobei Unsicherheit durch eine log-Normalverteilung abgebildet wird.

Wie sich zeigt, steigen die erwarteten Kosten des Landes das eine Preislösung wählt (im Vergleich zur Mengenregulierung), wenn ein internationaler Emissionshandel besteht. Dem Land ist es zudem unmöglich einen optimalen Steuersatz zu ermitteln da Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen Kosten sowie bezüglich der Korrelation der Kosten beider Länder besteht. Größere Länder müssen zudem höhere Kostensteigerungen bei Wahl einer Preislösung erwarten als kleinere Länder.

Falls vorgegebene Mengenziele bei der Bereitstellung eines öffentlichen Gutes bestehen und Verbindungen nationaler Politiken bestehen, dann wird die Preislösung im Vergleich zur Mengenlösung sowohl zu höheren erwarteten Kosten als auch zu einer höheren Varianz der Kosten führen. Die Preislösung ist daher in diesem Fall nicht zur Eindämmung oder Begrenzung der Kosten geeignet.

Wood, Peter J., Peter Heindl, Frank Jotzo und Andreas Löschel (2013), Linking Price and Quantity Pollution Controls under Uncertainty, ZEW Discussion Paper No. 13-025, Mannheim. Download

Autoren

Wood, Peter J.
Heindl, Peter
Jotzo, Frank
Löschel, Andreas

Schlagworte

Instrument Choice; Linking; Climate Policy; Prices vs. Quantities