Nach wie vor stellt das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) das mit Abstand größte Handelsprogramm für Treibhausgasemissionen weltweit dar und bestimmt damit maßgeblich den globalen Markt für Emissionszertifikate. Der Emissionshandel deckt fast 50% der deutschen Treibhausgasemissionen ab (2009: 428 Mio. tCO2 von 1.656 Anlagen) und ist das zentrale Instrument nicht nur der europäischen, sondern auch der deutschen Klimapolitik. Im Rahmen des KfW/ZEW CO2 Barometers werden die vom Emissionshandel in Deutschland regulierten Unternehmen seit 2009 jährlich zu ihren Aktivitäten und Strategien befragt. Im Jahr 2010 hat das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) die Halbzeit der zweiten Handelsperiode (2008–2012) erreicht - ein guter Zeitpunkt, um zum einen eine erste Bewertung der Handelsperiode durchzuführen und zum anderen den Blick auf die bereits ab 2013 anstehenden Veränderungen zu richten. Das Emissionshandelsjahr 2009 war vor allem von der Wirtschaftskrise geprägt. Konjunkturbedingte Produktionsrückgänge waren der Hauptgrund für den deutlichen Emissionsrückgang im Jahr 2009, die Anreizwirkung des Emissionshandels wurde davon überschattet. Schwerpunkt des KfW/ZEW CO2 Barometers 2010 liegt auf dem Carbon Management der Unternehmen, d. h. der Informationsbasis und Organisation des Emissionshandels in den erfassten Unternehmen, und der Vorbereitung auf die Versteigerung der Emissionsrechte in der dritten Handelsperiode.

Löschel, Andreas, Kerstin Kiehl, Peter Heindl, Vivien Lo, Henrike Koschel und Simon Koesler (2010), KfW/ZEW CO2 Barometer 2010, Effizienzpotenziale des Emissionshandels noch nicht ausgeschöpft – Strategien und Management deutscher Unternehmen, KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main. Download