Forschung und Entwicklung (F&E) und die daraus resultierenden Innovationen leisten einen wesentlichen Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften (Solow, 1957; Griliches, 1979, 1992; Hall, 1996). F&E Aktivitäten des privaten Sektors spielen dabei eine zentrale Rolle nicht nur durch die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch durch deren Verbreitung und Anwendung bei anderen Unternehmen und Verbrauchern.

Aufgrund von Marktversagen ist es jedoch unwahrscheinlich, dass private Unternehmen ohne weiteres das Niveau an F&E Investitionen tätigen, welches von gesamtgesellschaftlichen Standpunkt aus gesehen optimal wäre. Aus diesem Grund sind staatliche Subventionsprogramme verschiedener Art weit verbreitet, die zu Investitionen in F&E anregen und finanzielle Hürden abbauen sollen. In Flandern, dem nördlichen Teil Belgiens, betrugen die für solche direkten Förderprogramme im Zeitraum von 2002 bis 2008 aufgewandten Mittel 628 Millionen Euro für insgesamt 3,019 Projekte. Die Förderprogramme sind dabei derart gestaltet, dass sie den regional-spezifischen Faktoren der kleinen, offenen Volkswirtschaft Rechnung tragen sollen, indem kleine und mittlere Unternehmen sowie Firmen mit F&E in (intentionaler) Zusammenarbeit gezielt gefördert werden.

Die folgende Studie befasst sich mit der Bewertung der Effektivität dieser gezielten Förderprogramme, nämlich einerseits im Hinblick auf das Ziel F&E Tätigkeiten im privaten Sektor anzuregen und andererseits den Innovationserfolg der geförderten Unternehmen zu steigern. Die Ergebnisse zeigen, dass die gezielte Innovationspolitik in der Tat F&E Tätigkeiten im privaten Sektor anregt. Es zeigt sich dabei, dass die subventions-induzierte Steigerung der F&E-Intensität bei kleinen und mittleren Unternehmen größer ist als bei großen Unternehmen.. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass international zusammenarbeitende kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen größeren "Treatmenteffekt" erfahren als international zusammenarbeitende große Unternehmen oder nicht international zusammenarbeitende KMU. Darüber hinaus implementieren wir die geschätzten "Treatmenteffekte" in einem weiteren Schritt unserer Analyse in eine Reihe von Modellen zur Einschätzung des Innovationserfolgs von Unternehmen. Dabei unterscheiden wir gezielt zwischen rein privaten F&E Investitionen und subventions-induzierter F&E. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass beide Arten von F&E einen positiven Einfluss auf den Innovationserfolg, gemessen anhand des Umsatzanteils mit Marktneuheiten, haben. Des Weiteren lassen die Ergebnisse darauf schließen, dass die Produktivität induzierter F&E für international zusammenarbeitende Unternehmen am höchsten ist.