Neue Produkte und Produktionsverfahren werden häufig primär durch junge Unternehmen umgesetzt und vermarktet, weil sich etablierte Unternehmen häufig zu sehr an den Wünschen großer Kunden oder ihrer Hauptzielgruppe orientieren, sich auf marginale Verbesserungen ihres bestehenden Produktportfolios stützen oder sie keine bzw. eine zu geringe Nachfrage für radikal neue Produkte sehen (Christensen 2002). Für die Warenvielfalt und das Wachstum einer Wirtschaft sind junge Unternehmen entsprechend von großer Bedeutung. Junge High-Tech-Unternehmen sind besonders wichtig, da Innovationsgrad und/oder Wissensorientierung in den High-Tech-Sektoren überdurchschnittlich groß sind und damit die Wahrscheinlichkeit von Neuerungen mit außergewöhnlichem Potenzial höher ist als in anderen Sektoren. High-Tech-Unternehmen haben gemessen an ihren Umsätzen häufig überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE).1 Um diese schnell zu amortisieren ist die Notwendigkeit, ein neues Produkt schnell zur Marktreife zu bringen und damit Kunden zugänglich zu machen, ausgeprägter als bei anderen Unternehmen. Dadurch forcieren High-Tech-Unternehmen den technologischen Wandel, zwingen etablierte Unternehmen zu eigenen Innovationsaktivitäten, und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Auch wenn High-Tech-Gründungen derzeit nur sechs bis 8 v.H. aller Unternehmensgründungen insgesamt ausmachen, sorgen sie für eine rechtzeitige Orientierung der Wirtschaft auf Erfolg versprechende technologische Entwicklungen.

In Kooperation mit Microsoft hat das ZEW bereits in den Vorjahren ausgewählte Aspekte von High-Tech-Gründungen beleuchtet. Im Jahr 2006 standen daher im Vordergrund: Welche Faktoren begünstigen die Entstehung von High-Tech-Unternehmen, welche Hemmnisse treten typischerweise in der Gründungsphase und den ersten Geschäftsjahren auf? Was sind die zentralen Erfolgsfaktoren? Welche Risiken sehen die Unternehmen für ihre zukünftige Entwicklung? Inwieweit High-Tech-Unternehmen Zugriffsmöglichkeiten auf Wissens- und Finanzierungsressourcen haben und diese nutzen, wurde im Jahr 2007 genauer betrachtet. Aufbauend auf den Analysen des Jahres 2007 hat diese Studie zwei Schwerpunkte: Die regionale Disparität der High-Tech-Gründungstätigkeit sowie Gründungen durch Frauen in den High-Tech-Sektoren. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen können ungenutzte Potenziale identifiziert und Maßnahmen zur Ausschöpfung dieser Potenziale empfohlen werden.

Die Studie ist folgendermaßen strukturiert: Im Kapitel 2 wird die zeitliche und regionale Entwicklung des Gründungsgeschehens in Deutschland betrachtet. Die Dynamik der Gründungstätigkeit wird für den Zeitraum 1995 bis 2007 diskutiert. Dabei erfolgt die Abschätzung der Höhe der Gründungstätigkeit in den High-Tech-Sektoren für das Jahr 2007 exklusiv für diese Studie. Im Kapitel 2 wird zudem die regionale Disparität des Gründungsgeschehens analysiert. Die zeitliche als auch die regionale Entwicklung wird für verschiedene High-Tech-Sektoren separat betrachtet. Frauengründungen im High-Tech-Sektor werden in Kapitel 3 beleuchtet. Es wird untersucht, ob der Anteil an Frauengründungen in den High-Tech-Sektoren anders ist als der Anteil in anderen Sektoren – insgesamt beträgt der Anteil an Frauengründungen rund 23 v.H., wo innerhalb der High-Tech-Sektoren Frauengründungen überwiegend stattfinden und welche Unterschiede es hinsichtlich Zugang und Nutzung von Wissens- und Finanzierungsressourcen zwischen Männerund Frauengründungen gibt. Mit dem Anhang schließt die Studie. Dort werden die herangezogenen Datenbasen erläutert, die High-Tech-Sektoren auf Basis der Wirtschaftszweigklassifikation definiert und detaillierte Untersuchungsergebnisse dargestellt.