Die Erwartungen an Unternehmensgründungen sind hoch. Sie sollen positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen und den gesellschaftlichen Wohlstand erhöhen. Um diese Erwartungen zu erfüllen, müssen sie einen Beschäftigungsbeitrag leisten, den Wettbewerb stärken sowie Innovationen und neue Technologien einführen und verbreiten. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Gründungen hinreichend groß und innovativ sind, sich am Markt bewähren und wachsen. Zudem müssen sie die Hemmnisse im Gründungsprozess überwinden und Probleme in der Anfangsphase ihrer Geschäftstätigkeit erfolgreich meistern. Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel ist es möglich, die Entwicklung von jungen Unternehmen in Deutschland – startend mit ihrem Gründungszeitpunkt – über einen längeren Zeitraum zu verfolgen und gleichzeitig die Vielfalt der Unternehmenslandschaft detailliert zu erfassen. So können beispielsweise Alters- und Branchenunterschiede bei den Innovations- und Investitionsaktivitäten junger Unternehmen ebenso analysiert werden wie Veränderungen ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten über die Zeit, die mit zunehmender Etablierung der Unternehmen am Markt einhergehen.

Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten im vergangenen Jahr waren durch einen kräftigen Aufschwung nach der Wirtschaftskrise geprägt. Die Unternehmensinvestitionen wuchsen im Vorjahresvergleich um 7,6% und auch die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe hat sich deutlich erholt. Im vorliegenden Ergebnisbericht des KfW/ZEW-Gründungspanels werden die strukturellen Besonderheiten der Unternehmen herausgearbeitet, die vor dem Hintergrund des positiven wirtschaftlichen Umfelds gegründet wurden. Weiterhin erlauben die erfassten Unternehmenskennzahlen den Entwicklungspfad der Unternehmen früherer Gründungsjahrgänge nachzuzeichnen, die sich am Markt bewährt haben. Im Jahr 2009 hatten sich junge Unternehmen gegen die kurzfristigen Auswirkungen der Wirtschaftskrise behauptet. Die Entwicklung der Unternehmen im Jahr 2010 gibt Hinweise darauf, ob sich im Geschäftsjahr nach der Krise negative Folgewirkungen für diese jungen Unternehmen manifestiert haben. Weiterhin wurden die Jungunternehmer direkt zu ihren Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Jahr 2011 sowie ihren Wachstumsabsichten in den nächsten drei Jahren befragt.

Die Schwerpunktthemen des diesjährigen Berichts sind die Leasingaktivitäten und der Einsatz von Zahlungszielen durch junge Unternehmen. Die Beschaffung von Ressourcen im Gründungsprozess und in den ersten Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit stellt eine der großen Herausforderungen für neu startende Unternehmen dar. Erreichen Gründungen nicht eine hinreichende Größe und müssen wegen Ressourcenbeschränkungen auf Anfangsinvestitionen verzichten, kann dies ihre Entwicklungschancen beeinträchtigen. Leasing stellt eine Alternative zur Anschaffung von Sachkapital durch Investitionen dar. Zahlungsziele sind auf der einen Seite Instrumente der kurzfristigen Fremdfinanzierung, auf der anderen Seite bereichern sie das absatzpolische Instrumentarium. In der diesjährigen Befragung wurden die jungen Unternehmen nach ihrer Nutzung von Leasing und ihrer Inanspruchnahme und Gewährung von Zahlungszielen und den jeweils aufgetretenen Problemen gefragt. Dies erlaubt zum ersten eine Einschätzung der Bedeutung von Leasing im Vergleich zu Investitionen in Sachkapital. Zum zweiten kann die Verbreitung von in Anspruch genommenen und gewährten Zahlungszielen bei jungen Unternehmen abgeschätzt und Rückschlüsse auf das Liquiditätsmanagement und die Pflege von Kundenbeziehungen gezogen werden.

Fryges, Helmut, Sandra Gottschalk, Hardy Gude, Karsten Kohn, Georg Metzger, Kathrin Schopen, Martin Murmann, Michaela Niefert und Katrin Ullrich (2011), Gründungspanelreport, Vom Aufschwung getragen? Startschwierigkeiten und Wachstumschancen junger Unternehmen, Mannheim. Download