Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie zentrale ehe- und familienbezogene Leistungen die wirtschaftliche Stabilität und soziale Teilhabe von Familien verbessern sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Außerdem wird gezeigt, welchen Familien welche Leistungen besonders zugute kommen, um den Nachteilsausgleich zwischen den Familientypen zu beurteilen. Dabei nehmen die Berechnungen die kurzfristigen Arbeitsangebotsentscheidungen der Haushalte und zum Teil auch die Folgen der Leistungen für die Zeitverwendung und die soziale Teilhabe der Haushalte in den Blick.

Die Erkenntnisse zu den Wirkungen der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland beruhen auf einem verhaltensbasierten Mikrosimulationsmodell. Dieses Modell bildet für eine dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) entnommene Stichprobe von Haushalten das deutsche Steuer- und Transfersystem detailliert ab. Um die Wirkungen einer Leistung auf das verfügbare Einkommen und den Erwerbsstatus herauszuarbeiten, wird die hypothetische Situation, dass diese Leistung gar nicht existieren würde, als Benchmark gesetzt.

Die Studie untersucht dreizehn ehe- und familienpolitische Leistungen mit einem Finanzvolumen von insgesamt rund 100 Mrd. Euro jährlich: das Kindergeld bzw. die steuerlichen Kinderfreibeträge, die nicht kostendeckende Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen, die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten der Kinderbetreuung, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, den Unterhaltsvorschuss, das Ehegattensplitting, die beitragsfreie Mitversicherung von Eheleuten in der Gesetzlichen Krankenversicherung, das erhöhte Arbeitslosengeld I für Haushalte mit Kindern, den ermäßigten Beitrag zur Sozialen Pflegeversicherung für Eltern, die auf Kinder bezogenen Anteile beim Arbeitslosengeld II und beim Wohngeld, den Kinderzuschlag sowie das Elterngeld. Im Rahmen eines internationalen Benchmarkings wurden zudem ausgewählte familienpolitische Leistungen aus Frankreich, Großbritannien und Schweden versuchsweise in das deutsche Steuer-Transfer-System übertragen.

Der Bericht ergänzt die Erkenntnisse aus weiteren Studien der Gesamtevaluation, die sich mit den Wirkungen der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland auf die Förderung und das Wohlergehen von Kindern, die Realisierung von Kinderwünschen und den Ausgleich zwischen den Generationen befassen.

An den Untersuchungen haben das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim unter Leitung von Professor Holger Bonin, das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) in Münster unter Leitung von Professor Irene Gerlach sowie der Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre insbesondere Finanzwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen (Professor Reinhold Schnabel) mitgewirkt. Auftraggeber waren das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF).

Weitere ausführliche Informationen finden Sie in dem Endbericht des Forschungsprojektes. Ergänzendes Material findet sich in zwei weiteren Bänden: einem Methodenband, der die für die Studie eingesetzten Verfahren ausführlich darlegt, und einem Tabellenband, der die umfangreichen Rechenergebnisse im Detail dokumentiert.

Kategorie

Gutachten

Autoren

Bonin, Holger
Clauss, Markus
Gerlach, Irene
Laß, Inga
Mancini, Anna Laura
Nehrkorn-Ludwig, Marc-André
Schnabel, Reinhold
Stichnoth, Holger
Sutter, Katharina
Wondratschek, Verena