Technologischer Wandel ist ein wichtiger Faktor, um langfristig sowohl auf der Unternehmensebene wie auch auf makroökonomischer Ebene die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Es wird im Allgemeinen erwartet, dass Forschung und Entwicklung (FuE) in hohem Maße zu technologischem Fortschritt beiträgt und das Wachstum einer Volkswirtschaft beschleunigt. Daher verlassen sich Regierungen in der Regel nicht nur auf öffentlich durchgeführte FuE-Aktivitäten, sondern versuchen ebenso private Investitionen in FuE zu stimulieren. Üblicherweise kommen dazu eine Reihe von Maßnahmen zum Einsatz, z.B. direkte Subventionen, steuerliche Anreize für FuE-Aktivitäten sowie technologische Beratung. In dieser Studie evaluieren wir empirisch, (i) inwieweit direkte öffentliche FuE-Förderung zu Additionalität auf der Unternehmensebene führt, (ii) ob der FuE nicht-geförderter Firmen Subventionen ebenfalls zu Gute gekommen wären, und (iii) werden in einem letzten Analyseschritt die beiden ersten Resultate genutzt, um mögliche Ineffizienzen im Fördervergabeprozess aufzudecken. Dazu werden Daten des "Community Innovation Surveys" (CIS) aus Belgien, Deutschland und Luxemburg verwendet. Zusätzlich stehen CISharmonisierte Informationen aus Südafrika zur Verfügung, sowie Daten des "Panel de Innovación Tecnológica (PITEC)" aus Spanien. Insgesamt umfasst die Stichprobe 9790 Beobachtungen innovativer Unternehmen des Produzierenden Gewerbes sowie unternehmensnahen Dienstleistungssektoren. Unter Verwendung eines nicht-parametrischen Matching-Schätzers zeigt sich, dass subventionierte Unternehmen mehr in FuE investieren als in der kontrafaktischen Situation ohne Förderung. Die Schätzung einer kontrafaktischen Situation für nicht-geförderte Unternehmen zeigt auch, dass diese im Durschnitt mehr in FuE investiert hätten, wenn Subventionen an sie vergeben worden wären. Werden die beiden Schätzresultate im Vergleich gesehen, kann ein Test auf potenzielle Ineffizienzen im Vergabeprozess der öffentlichen Mittel durchgeführt werden. Ineffizienzen lägen vor, wenn nicht-geförderte Firmen signifikant mehr in FuE investiert hätten, wenn sie gefördert worden wären, als die Unternehmen die tatsächlich Subventionen erhalten hätten. Die Tests zeigen jedoch, dass in keinem der untersuchten Länder derartige Ineffizienzen nachgewiesen werden können. Jedoch stellt sich mit den vorliegenden Daten und der angewandten Schätzmethodik auch heraus, dass die tatsächliche Fördervergabe im Durchschnitt nicht zu mehr Investitionen führt, als eine hypothetische Vergabe an nichtgeförderte Firmen.

Czarnitzki, Dirk und Cindy Lopes-Bento (2010), Evaluation of Public R&D Policies: A Cross-country Comparison, ZEW Discussion Paper No. 10-073, Mannheim, erschienen in: World Review of Science, Technology and Sustainable Development. Download

Schlagworte

Innovation, Policy Evaluation, Treatment Effects, Cross-country comparison