Unternehmensweite Softwarepakete zur Planung, Kalkulation und Steuerung betrieblicher Prozesse sind nahezu weltweit in verschiedensten Wirtschaftszweigen verbreitet. Im Allgemeinen wird diese sogenannte Unternehmenssoftware dazu verwendet, die üblicherweise schlecht vernetzten älteren Softwaresysteme des Unternehmens zu ersetzen. Dabei könnte sie zu Verbesserungen in der Verflechtung operativer Prozesse führen, die sich auf das gesamte Unternehmen auswirken. Beispielsweise könnten Enterprise Resource Planning (ERP)- und Supply Chain Management (SCM)-Systeme durch reduzierte Leerlaufzeiten und die Identifikation von Engpässen Informationen für Prozessinnovationen liefern. Customer Relationship Management (CRM)-Systeme dagegen bieten eine Datenbasis, die Auskunft über Präferenzen und Neigungen der Kunden gibt und eine nützliche Quelle für Produktinnovationen sein könnte.

Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Unternehmenssoftware und der Innovationstätigkeit der Unternehmen. Die Analyse basiert dabei auf einer Wissensproduktionsfunktion und verwendet eine zweistufige Schätzmethode, welche die Verzerrung durch mögliche Selbstselektion der Unternehmen bei der Entscheidung, Innovationen einzuführen, berücksichtigt. Die Grundlage der Analyse bildet ein Unternehmensdatensatz, der deutsche Unternehmen verschiedener Branchen des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors umfasst.

Die empirischen Untersuchungen zeigen zweierlei Ergebnisse. Zum einen steigert die Einführung von ERP- und SCM-Systemen die Neigung der Unternehmen, Prozessinnovationen einzuführen. Zusätzlich beeinflusst der Einsatz eines ERP-Systems die Anzahl der eingeführten Prozessinnovationen positiv. Diese Wirkungen sind dabei nicht nur kurzfristiger Natur, sondern bleiben auf lange Sicht von zwei bis vier Jahren stabil. Auf der anderen Seite beeinflusst nur ein CRM-System die Leistungsfähigkeit der Unternehmen hinsichtlich der Produktinnovationen, indem dessen Nutzung die Neigung der Unternehmen hin zur Einführung von Produktinnovationen erhöht. Dieses Ergebnis ist allerdings von kurzfristiger Natur und verliert seine Gültigkeit, wenn man einen Zeitraum von zwei Jahren und mehr betrachtet.

Engelstätter, Benjamin (2009), Enterprise Systems and Innovations, ZEW Discussion Paper No. 09-086, Mannheim. Download

Schlagworte

Innovation, Product Innovation, Process Innovation, Enterprise Systems, Selectivity, Enterprise Resource Planning, Supply Chain Management, Customer Relationship Management