In der vorliegenden Studie werden die Bestimmungsgründe von Einstiegslöhnen, sowie das Ausmaß von Lohnrigiditäten und der daraus abgeleiteten Höhe der Lohnaufschwemmung in der Gruppe der Einsteiger empirisch untersucht. Einsteiger sind Arbeitnehmer, die erstmals bzw. nach einer Unterbrechung in einem Betrieb Beschäftigung finden. In Westdeutschland gehörten im Zeitraum zwischen den Jahren 1976 bis 1995 etwa 11 Prozent der zu einem Stichtag beschäftigten Arbeitnehmer zur Gruppe der Einsteiger. Die durchschnittlichen Tagesverdienste von Einsteigern liegen um bis zu 40% unter denen der betriebstreuen Arbeitnehmer. Im Mittel können 53% dieses Unterschiedes auf beobachtete Heterogenität zurückgeführt werden. Die Einstiegslöhne wären den Berechnungen zufolge bei vollständiger Lohnflexibilität etwa um zwei Prozent pro Jahr niedriger gewesen. Lohnrigiditäten sind demnach eine wichtige Ursache für die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik.

Gernandt, Johannes und Friedhelm Pfeiffer (2006), Einstiegslöhne bei unvollkommenen Arbeitsmärkten, Perspektiven der Wirtschaftspolitik 7 (2), 147-172.